Am Mittwochnachmittag haben sich mit Kevin Warsh (Fed), Christine Lagarde (EZB), Andrew Bailey (BoE) und Tiff Macklem (BoC) die Vorsitzenden von vier der weltweit wichtigsten Notenbanken auf dem Zentralbank-Panel in Sintra getroffen. Der US-Dollar knickte während des Gesprächs ein, wohingegen die Indizes nach oben drehten.
• Zentralbank-Panel sorgt für schwächeren US-Dollar, die Indizes drehen nach oben.
• Warsh bezeichnete die Preise als „zu hoch", vermied aber Hinweise auf die Fed-Sitzung Ende des Monats und äußerte sich zum Bilanzabbau vage.
• Da der als Falke geltende Warsh keine restriktiveren Signale gab, lösten sich die US-Indizes von ihren Tagestiefs und bewegen sich wieder in Richtung Allzeithoch.
„Wir alle sind im Geschäft der Preisstabilität tätig – das ist vielleicht nicht unsere einzige Aufgabe, aber wenn es eine Gemeinsamkeit gab, die ich in den vergangenen Tagen gehört habe, dann war es Aufgeschlossenheit bei diesen Fragen rund um KI und Aufgeschlossenheit bei der Produktivität. Doch wir haben uns alle umgesehen und festgestellt, dass die Preise zu hoch sind", sagte Warsh. Dennoch vermied er es, Hinweise auf die am Ende des Monats bevorstehende US-Notenbanksitzung zu geben.
Ausschlaggebend für die positive Reaktion der Märkte dürfte seine Äußerung hinsichtlich der Bilanz der Fed gewesen sein. Auf die Frage, ob er nach wie vor davon überzeugt sei, dass man die Bilanz der Notenbank reduzieren müsse, antwortete er sehr vorsichtig und vage. Statt einen aggressiven Abbauplan zu thematisieren, verwies er darauf, dass es ein Ziel sei „reichlich Reserven im Bankensystem zu halten“. Zudem erklärte er, dass es 18 Jahre gedauert habe, das bestehende Bilanzproblem zu schaffen, weshalb „wir es nicht in 18 Minuten lösen können“.
Da Warsh als Falke gilt, hatte der Markt eine deutlich restriktivere Notenbank-Politik erwartet. Diese ist zumindest bis zur Fed-Sitzung am Ende des Monats vom Tisch. Die US-Indizes können sich am Nachmittag von ihren Tagestiefs lösen und befinden sich dank den Äußerungen von Warsh wieder auf dem Weg nach oben – und damit auch auf dem Weg in Richtung Allzeithoch.
Fed-Chef Warsh hat dem Markt die Angst vor einer schnellen Reduktion der Notenbank-Bilanz oder kräftigen Zinssenkungen (vorerst) genommen. Neue Allzeithochs in den US-Indizes sollten nur eine Frage der Zeit sein.
Heute, 16:40