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Wall Street: Die US‑Einzelhandelsumsätze sind da – mit Einordnung der Zahlen

Wall Street: Die US‑Einzelhandelsumsätze sind da – mit Einordnung der Zahlen
Foto: siriwat sriphojaroen/Shutterstock
S&P 500 -%
Ingo Nix Heute, 14:52 Ingo Nix
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Der amerikanische Verbraucher hat im Juli spürbar auf die Bremse getreten. Nach Angaben des U.S. Census Bureau fielen die Umsätze im Einzelhandel und in der Gastronomie gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Erwartet worden war ein Plus von 0,1 Prozent; die Juni-Rate blieb bei plus 0,2 Prozent unrevidiert. Im Jahresvergleich steht weiterhin ein Zuwachs von 5,0 Prozent zu Buche. Die Zahlen treffen auf einen Markt, der am Vortag mit 7.798 Punkten im S&P 500 einen Rekordschluss erreicht hatte. 

  • Die Einzelhandelsumsätze sanken im Juli um 0,6 Prozent zum Vormonat
  • Ohne Fahrzeuge und Kraftstoffe ergab sich ein Minus von 0,3 Prozent; die für das BIP maßgebliche Kontrollgruppe verlor rund 0,4 Prozent, erwartet worden war ein Plus von 0,3 Prozent.
  • Größter Bremsklotz war der Onlinehandel mit minus 2,2 Prozent; gegen den Trend legte Bekleidung um 1,9 Prozent zu.

Darum sind die Einzelhandelsumsätze für die Kursentwicklung wichtig

Der private Konsum steuert rund zwei Drittel zur amerikanischen Wirtschaftsleistung bei, und dieser Bericht ist der früheste harte Datenpunkt dazu. Anders als der Verbraucherpreisindex, der die Preisseite misst, erfasst er die Mengen- und Preisseite zusammen – die Umsätze sind nominal, also nicht preisbereinigt. Genau das macht die Julizahl unbequem: Da die Verbraucherpreise im Juli nur um 0,1 Prozent stiegen und die Erzeugerpreise stagnierten, lässt sich die nominale Schwäche nicht als Preiseffekt wegdiskutieren. 

Für die Kurse ist das zweischneidig: Ein schwächerer Konsum stützt das Argument einer geduldigen Notenbank, drückt zugleich aber auf die Gewinnerwartungen im Handel und in der Gastronomie.

Wichtig zu wissen

Ein einzelner Monat macht noch keinen Trend. Die Vorabschätzung beruht auf rund 4.800 Meldungen und wird regelmäßig revidiert; der Onlinehandel gehört zu den schwankungsanfälligsten Kategorien des Berichts. Die Zahlen sind also kein Wendepunkt im Konsum, sehr wohl aber als Beleg dafür, dass das Tempo des Frühjahrs nicht zu halten war und die Jahresrate stärker von den Spritpreisen getragen wird als vom Warenkorb der Haushalte. Für Anleger heißt das: Bei Konsumtiteln zählt jetzt die Preissetzungsmacht mehr als das Mengenwachstum. 

Zwei Termine geben die Richtung vor: das Jackson Hole Economic Policy Symposium vom 27. bis 29. August 2026 – mit der erwarteten Rede des Fed-Vorsitzenden am 28. August – und der 16. September 2026. An diesem Tag werden zunächst die vorläufigen Einzelhandelsumsätze für August veröffentlicht; am Nachmittag folgt der Zinsentscheid des FOMC.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Die Wall Street zeigt sich im vorbörslichen Handel uneinheitlich. Während die Futures auf den Dow Jones um 0,2 Prozent nachgeben, dürfte der S&P 500 0,1 Prozent höher in den Handel starten. Der Nasdaq 100 notiert vorbörslich 0,25 Prozent im Plus. Am Rohstoffmarkt zog Öl wieder an, die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind nahezu unverändert.

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