Das Bureau of Labor Statistics (BLS) hat am Freitag den Arbeitsmarktbericht für September vorgelegt. Außerhalb der Landwirtschaft sind nur 29.000 Stellen entstanden, Volkswirte hatten mit 90.000 gerechnet. Den August-Wert revidierte die Behörde von 162.000 auf 133.000, den Juli-Wert von plus 21.000 auf minus 10.000. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent, erwartet waren unveränderte 4,1 Prozent. Die Stundenlöhne legten zum Vormonat nur um 0,1 Prozent zu, zum Vorjahr um 3,0 Prozent.
- Stellen: 29.000 neue Jobs im September statt der erwarteten 90.000 – Juli und August zusammen um 60.000 nach unten revidiert.
- Quote und Löhne: Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent, Stundenlöhne plus 0,1 Prozent zum Vormonat.
- Fed: Der Bericht nimmt Druck von der Notenbank – die nächste Zinsentscheidung fällt am 28. Oktober.
Im Privatsektor kamen 46.000 Stellen hinzu, der Konsens lag bei 85.000. Der Staat baute 17.000 Stellen ab, nach einem Plus von 44.000 im Vormonat. Die Industrie meldet 9.000 neue Stellen (Konsens: 10.000). Freizeit und Gastgewerbe, im August mit zunächst gemeldeten 62.000 Stellen der Motor, kommen nur noch auf 10.000. Im Schnitt der vergangenen drei Monate sind damit nur noch rund 51.000 Stellen pro Monat entstanden.
Für die Notenbank zählt die Lohnseite mehr als die Schlagzeile – und sie entspannt sich. Das Plus von 0,1 Prozent zum Vormonat liegt klar unter den erwarteten 0,3 Prozent, die Jahresrate fällt von 3,1 auf 3,0 Prozent, statt wie erwartet auf 3,2 Prozent zu steigen. Der Anstieg der Arbeitslosenquote hat einen mildernden Umstand: Die Erwerbsquote kletterte von 61,6 auf 61,8 Prozent, es suchen also mehr Menschen Arbeit.
Darum sind die Arbeitsmarktdaten für die Kursentwicklung wichtig
Die Fed hat am 16. September erstmals seit 2023 den Leitzins angehoben, auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Damit dreht sich die Logik an der Börse: Ein starker Arbeitsmarkt liefert der Notenbank Argumente für die nächste Erhöhung, ein schwacher nimmt Druck aus den Renditen. Anders als der Verbraucherpreisindex misst der Bericht die Inflation nicht direkt.
Die Vorgeschichte hatte ein anderes Bild erwarten lassen. Der private Dienstleister ADP meldete am Mittwoch 90.000 neue Stellen für September statt der erwarteten rund 70.000.
Wichtig zu wissen: Der August war der Ausreißer, nicht der neue Trend. Schwacher Stellenaufbau, eine höhere Quote und vor allem kaum steigende Löhne nehmen der Fed ein zentrales Argument für den zweiten Zinsschritt in diesem Jahr. Für die Börse ist das zunächst eine gute Nachricht, solange aus der Abkühlung kein Einbruch wird. Zwei Termine entscheiden, ob dieses Bild hält: Am 14. Oktober folgen die Verbraucherpreise für September, am 28. Oktober verkündet die Fed ihre nächste Zinsentscheidung.
Am Markt fällt die Reaktion verhalten aus. Die Futures auf den Dow Jones notieren vorbörslich 0,5 Prozent höher, auf den S&P 500 0,4 Prozent und auf den Nasdaq 100 0,6 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,17 Prozent, WTI notiert bei 89,50 Dollar.
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