An den US-Börsen hat sich die Stimmung am Donnerstag im Handelsverlauf aufgehellt, nachdem Technologiewerte zu Beginn deutlich verloren hatten. Unterstützung kam durch sinkende Renditen am Anleihemarkt. KI-Werte standen erneut im Fokus.
Der jüngste Ausverkauf bei Aktien aus dem Technologiesektor habe für Kapitalzuflüsse in den Markt für US-Staatsanleihen als sicheren Hafen gesorgt und so die Renditen nach unten gedrückt, sagte Finanzanalyst Vail Hartman von BMO Capital Markets, der Investmentbanking-Sparte der Bank of Montreal. Niedrigere Renditen lassen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen attraktiver erscheinen.
Der technologielastige Nasdaq 100 schloss am Ende nahezu unverändert bei 29.935,59 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich 1,8 Prozent verloren hatte. Zur Wochenmitte war das Börsenbarometer bereits um 2 Prozent abgesackt.
Der marktbreite S&P 500 legte am Donnerstag um 0,3 Prozent auf 7,744.09 Punkte zu. Der Dow Jones Industrial gewann 1,1 Prozent auf 52,177.81 Punkte. In dem Leitindex sind die großen Tech-Aktien bei Weitem nicht so schwer gewichtet wie im Nasdaq 100.
„Nach einer starken Kursentwicklung bei KI-Aktien in den vergangenen Monaten sind Value-Titel mittlerweile viel zu günstig geworden, während Tech-Aktien angesichts des KI-Booms ziemlich teuer geworden sind“, sagte Brian Frank, Präsident und Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Frank Funds.
Im Technologiesektor erlitten Aktien aus der Branche der Chip- und Speicherhersteller erneut Einbußen. So fielen die Papiere von Micron, Intel, AMD, Lam Research und Seagate, konntne im Handelsverlauf aber teils weider ins Plus drehen.
Am Markt wurde als Belastung auf einen Artikel in der „Financial Times“ verwiesen. Demnach deuteten die Geschäftszahlen von Anthropic zum dritten Quartal darauf hin, dass sich das Wachstumstempo des KI-Unternehmens verlangsamt hat, hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
Als Schlusslicht im Nasdaq 100 knickten die Anteilscheine von Rocket Lab um rund sieben Prozent ein. Das Raumfahrtunternehmen hatte den Start seiner leistungsstärkeren Neutron-Rakete erneut verschoben und den Erstflug des Trägers auf das Jahr 2027 verlegt.
Unter den Werten aus den hinteren Reihen brachen die Aktien von FMC um fast 30 Prozent ein. Im dritten Quartal erwartet der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln nun einen operativen Verlust statt eines Gewinns.
Mit Material von dpa-AFX.
Heute, 21:26
Bei Google bevorzugen