16.12.2013 Manuel Koch

US-Börsen im Plus - Industrieproduktion auf Rekordhoch - AIG, BlackBerry, Google, MasterCard, Sprint Nextel, Visa

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DAX
Trendthema

Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,5 Prozent hinzu und stieg damit über die Marke von 15.800 Punkten. Wenig später kletterte der Markt noch stärker und überstieg die Marke von 15.900 Punkten.

Von Konjunkturseite ging der Blick am Morgen auf den Empire State Manufacturing Index. Dieser stieg im Dezember auf +1,0 Punkte. Analysten waren von 5,0 Punkten ausgegangen. Die Industrieproduktion stieg auf Rekordhoch im November um 1,1 Prozent. 

Am Mittwoch wird die Fed zum letzten Mal 2013 eine Entscheidung zu ihrer lockeren Geldpolitik fällen. Der US-Chefökonom der UniCredit sieht als Basisszenario ein Tapering erst im Januar. Allerdings: "Wir denken es gibt eine Außenseiterchance von 10 bis 15 Prozent, dass die Fed schon in dieser Woche handelt." Wenn man sich die Gründe anschaut, warum die Fed im September nicht gedrosselt hat - schwächere Arbeitsmarktzahlen, schwächerer Häusermarkt und politische Risiken -, muss man konstatieren, dass all diese Faktoren wieder verschwunden seien, so Harm Bandholz: "Aber die Unsicherheit für einige Fed-Mitglieder ist, ob die Verbesserung am Arbeitsmarkt nachhaltig ist." Für 2014 ist der Ökonom optimistisch gestimmt: "Wir denken vor allem, dass sich die Rallye in der ersten Jahreshälfte fortsetzt. Wir denken, dass wir im Dax die 10.000 Punkte knacken, auch beim Dow Jones und S&P 500 um gut zehn Prozent nach oben gehen. Für die zweite Jahreshälfte dann eher Stabilisierung." Überraschend reagierte die Finanzwelt, dass sich Demokraten und Republikaner noch vor Weihnachten auf einen Haushalt für die kommenden zwei Jahre einigen konnten. "Ich glaube, dass der Shutdown dafür gesorgt hat, dass wir jetzt eine Einigung sehen. Vor allem die Republikaner hatten keinen Anreiz, eine Eskalation herbeizuführen. Es ist kein großer Wurf. Es ist ein Kompromiss des kleinsten gemeinsamen Nenners, der aber immerhin dafür sorgt, dass wir keine fiskal-politische Krise mehr sehen werden und ich glaube, das wird auch halten."

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 15.885 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 0,7 Prozent bei 4.030 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Gewinn von 0,6 Prozent bei 1.787 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: IBM (+2,9%), Cisco Systems (+2,2%) und Exxon Mobil (+2,0%). Die größten Verlierer waren: Procter & Gamble (-0,8%), Merck (-0,6%) und Wal-Mart (-0,4%).

 Der US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel (-1,4%) prüfe derzeit Wettbewerbsbedenken für eine Übernahme der Telekom-Tochter Mobile US. Das berichtet das Wall Street Journal. 2011 war der Verkauf von Mobile US an AT&T durch die Wettbewerbshüter gescheitert. Auch für Sprint könnte es schwierig werden. 

Der Versicherungskonzern AIG (+1,1%) steht rund fünf Jahre nach der Rettung durch die US-Regierung vor dem Verkauf seiner Flugzeugleasing-Sparte ILFC. Der niederländische Konkurrent AerCap werde für fünf Milliarden Dollar die Sparte übernehmen. Drei Milliarden Dollar sollen in bar fließen.

MasterCard (+1,1%) und Visa (+0,2%) haben von einem New Yorker Gericht die Zustimmung über einen Vergleich in Höhe von 5,7 Milliarden Dollar erhalten. Der Streit geht bis ins Jahr 2005 zurück. Einzelhändler hatten eine Sammelklage eingereicht. Sie warfen den Kreditkartenanbietern eine Preisabsprache bei Gebühren ab.

BlackBerry (+1,9%) wird am Freitag die Quartalszahlen für das dritte Quartal vorlegen. Experten gehen davon aus, dass die Zahlen auch unter dem neuen Chef John Chen weiter schlecht ausfallen. Er sagte zuletzt, dass BlackBerry sehr lebendig sei und das Unternehmen nicht zum Verkauf stehe. Experten rechnen damit, dass dem Konzern Ende 2014 das Geld ausgehen könnte.

Google (+1,1%) übernimmt das Unternehmen Boston Dynamics. Dieses ist spezialisiert auf Prototypen laufender Maschinen, die z.B. vom US-Militär oder bei Katastrophen wie in Fukushima eingesetzt werden könnten. In den vergangenen Monaten hat Google sieben Spezialfirmen für seine eigene Roboter-Entwicklung gekauft.

Am Dienstag schauen wir von Konjunkturseite auf den Verbraucherpreisindex und den Häusermarktindex