27.01.2014 Manuel Koch

US-Börsen im Minus - Notenbank Fed und Obama im Fokus - Apple, AT&T, Caterpillar und Google

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DAX
Trendthema

Am Montag gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,3 Prozent hinzu und ging damit wieder über die Marke von 15.900 Punkten.

In der vergangenen Woche hatte der Dow Jones deutliche 3,5 Prozent verloren. Schuld waren schwache Konjunkturdaten aus China und abgezogenes Geld aus den Schwellenländern. Währungen in Argentien, Brasilien und der Türkei gerieten deshalb erheblich unter Druck.

Am Morgen ging der Blick auf die neuen Hausverkäufe. Sie lagen im Dezember bei 414.000 (-7,0%). Analysten hatten mit 457.000 gerechnet.

Der Baumaschinen-Hersteller Caterpillar (+6,0%) musste im vierten Quartal einem Umsatzrückgang von 10 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar verzeichnen. Dank der Sparmaßnahmen verdiente das Unternehmen aber trotzdem mehr. Der Gewinn lag bei 1,54 Dollar je Aktie. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen. Im Vorjahreszeitraum waren es 1,04 Dollar. Für das laufende Quartal erwägt das Unternehmen einen Aktienrückkauf in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar.

Vergangene Woche erlebten die US-Märkte die deutlichsten Kurseinbußen seit 2011. Die Ursache sieht Warren Meyers von Illustro Trading im Ausland: "Der Abverkauf scheint von externen Einflüssen ausgelöst worden zu sein – insbesondere aus China." Die Anzeichen eines langfristigen Negativtrends nimmt der Fachmann allerdings nicht wahr. "Viele Anleger sehen in jeder Kleinigkeit einen Grund zu verkaufen. Das wirkt sich in einer Übertreibung nach unten aus." Eine Kurskorrektur-Möglichkeit in den kommenden Monaten streitet Meyers nicht ab: "In Zukunft könnte ein globales ökonomisches Ereignis der Auslöser für die erwartete Korrektur sein. Im Moment erwarte ich, dass wir uns nach diesem kleinen Dämpfer wieder nach oben bewegen." Denn die aktuellen Quartalszahlen geben Hoffnung auf konjunkturelle Erholung. "In vergangenen Quartalen haben Unternehmen ihre Umsatzerwartungen zu 50 Prozent übertroffen, nun sind es fast 70 Prozent – ein sehr positives Zeichen. Das könnte auf mehr Konsumausgaben und Unternehmensaufwendungen zurückzuführen sein." Auch die Zentralbank scheint von einer stabilen Wirtschaftslage auszugehen: "Letzte Woche hat die Fed angekündigt trotz der schlechten Arbeitsmarktdaten die Drosselung beizubehalten. Ich schließe daraus, dass sie die Konjunktur für stark genug hält, um die Drosselung fortzuführen. Für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung in diesem Land ist das also ein positives Zeichen." Bereits kommende Woche könnte sich einiges auf dem Markt tun: "Die Hälfte der Konzerne im Dow hat Quartalszahlen veröffentlicht. Aus dem S&P 500-Index kommen noch einige, die für viel Bewegung im Markt sorgen könnten."

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 15.838 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 1,1 Prozent bei 4.084 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,5 Prozent bei 1.782 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: Caterpillar (+6,0%), United Technologies (+1,8%) und Merck (+1,1%). Die größten Verlierer waren: Visa (-2,3%), Microsoft (-2,1%) und Goldman Sachs (-1,8%).

Google (-2,0%) hat das britische Unternehmen DeepMind für rund 500 Millionen Dollar gekauft, berichtet die Financial Times. Das Unternehmen ist auf künstliche Intelligenz spezialisiert und bringt Computern das Denken bei. Auch Facebook (-1,7%) soll Interesse an DeepMind gehabt haben. Google könnte mit dem Wissen der Firma die eigenen Daten besser auswerten lassen.

Das US-Telekommunikationsunternehmen AT&T (+0,3%) wird vorerst nicht für Vodafone bieten. Damit verlieren die Amerikaner auch das Recht, in den kommenden sechs Monaten eine Offerte über 30 Prozent oder mehr an Vodafone abzugeben. Die Ankündigung beendete Spekulationen über eine Mega-Übernahm.

Apple (+0,8%) arbeite laut US-Medien an einem eigenen Bezahldienst für die mobilen Geräte. So soll neben dem iTunes-Store ein weiterer Dienst aufgebaut werden. Bei Apple haben rund 600 Millionen Kunden ihre Konto- oder Kreditkartendaten hinterlegt. Die neuesten Produkte haben sogar einen Fingerabdruck-Sensor, der eventuell genutzt werden könnte.

Zwei Wochen nach ihrem Start besuchte die neue Chefin von General Motors (-0,2%), Mary Barra, die eruopäischen Standorte. Sie besuchte auch das Werk der Opel-Tochter in Rüsselsheim und traf dort auf die Verantwortlichen.

Am Dienstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Auftragseingänge für langlebige Güter, den Hauspreisindex und das i. Quartalszahlen werden von American Airlines, AT&T, DuPont, Ford, Pfizer und Yahoo veröffentlicht. Zudem wird am Dienstag Präsident Obama seine Rede an die Nation halten.