03.12.2010 Florian Söllner

US-Arbeitsmarkt hält DAX in Atem: Aurubis, Deutsche Börse, Gerry Weber, Hochtief, Lanxess, MAN, Postbank, Q-Cells, RWE, SAP und ThyssenKrupp im Fokus

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Nach den satten Aufschlägen der letzten beiden Handelstage zeigte sich der deutsche Aktienmarkt am letzten Handelstag der Woche zunächst stabil. Gegen Mittag notiert der DAX nahezu unverändert bei 6.954 Punkten. Bewegung kam erst mit der Bekanntgabe von schwächer aufgenommenen US-Arbeitsmarktdaten in den Handel. Nach einer kurzen Korrektur konnte sich der Leitindex aber wieder erholen. Der DAX beendete den Handel schließlich nahezu unverändert bei 6.948 Punkten.

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Produktionsausfall bei Aurubis

Der Kupferhersteller Aurubis beklagt am größten Standort, dem Stammwerk in Hamburg, den Ausfall eines Schmelzofens. Am Vorabend war es dort aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Schaden gekommen. Die voraussichtliche Reparaturzeit beträgt dem Konzern zufolge  zwei Wochen. Dennoch wolle man den bestehenden Lieferverpflichtungen nachkommen. Anfang nächster Woche werde der Reparaturbedarf ermittelt.

Indexentscheidungen der Deutschen Börse

Die Deutsche Börse trifft heute in Frankfurt ihre regulären Indexentscheidungen. Dabei richtet sich das Augenmerk vor allem auf die Postbank, die aufgrund der geplanten Übernahme durch die Deutsche Bank wahrscheinlich ihren Platz im MDAX räumen muss. Als erster Aufrücker gelten die Papiere der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen. Deren Nachfolge im Index der kleinen Werte SDAX könnte der Lkw-Zulieferer SAF Holland antreten.

Deutsche Börse 2: Verhandlungen mit Russland

Medienberichten zufolge befindet sich die Deutsche Börse in Verhandlungen mit den beiden größten russischen Börsen Micex und RTS. Der Frankfurter Börsenbetreiber dürfte sich über eine Kooperation freuen. Möglicher Punkt der Kooperation könnte demnach sein, dass russische Aktienwerte künftig in beiden Ländern gelistet werden. Auch ein gegenseitiger Austausch von Anteilen könnte Teil der Verhandlungen sein.

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Satter Auftragszuwachs bei Gerry Weber

Die Auftragseingänge für die vierte Kollektion Frühjahr/Sommer 2011 von Gerry Weber sind um knapp 23 Prozent gestiegen. Kein Wunder, dass sich das in Halle/Westfalen ansässige Unternehmen bereits jetzt auf die neue Saison freut. Die Wachstumsaussichten des Unternehmens lassen sich an der Entwicklung dieser Orders ablesen, melden die Westfalen in einer Pressemitteilung. Demnach zogen die Auftragseingänge für die Marke Gerry Weber um 24,4 Prozent, die der Marke Taifun um 12,6 Prozent und die Auftragseingänge der Marke Samoon by Gerry Weber um 30,2 Prozent an. Aufgrund dieser positiven Entwicklung bekräftigt der Konzern die Prognose, wonach im laufenden Jahr ein zweistelliges Wachstum erzielt werden soll.

Hochtief verhandelt über Concessions-Verkauf

Der Baukonzern Hochtief forciert nach Angaben des Anlegermagazins Platow-Brief den Verkauf seiner Flughafen-Sparte Concessions. Demnach sollen die Essener diesbezüglich Kontakt zu mehreren Banken aufgenommen haben. Das Unternehmen hatte schon mehrmals nach einem Käufer Ausschau gehalten - bislang vergeblich.

Negativer Analystenkommentar für Lanxess

Die Papiere von Lanxess könnten am Freitag unter Druck geraten. Händler verwiesen auf einen Analystenkommentar von JPMorgan. Die Experten halten rein zyklische Aktien für wenig attraktiv. Zudem hätten die Zahlen zum dritten Quartal Beweise enthalten, dass die Margen im Chemiesektor sinken. Gerade der Spezialchemiekonzern Lanxess dürfte im kommenden Jahr deutlich unter einem schwächeren Nachfrageklima leiden.

Gewerkschaft schiebt MAN Riegel vor

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer MAN hat vor dem Arbeitsgericht Braunschweig eine Niederlage erlitten. Infolgedessen kann der Konzern nicht wie geplant die 220 Arbeitsplätze im Logistikzentrums in Salzgitter auslagern. Die IG Metall hat vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, somit sind die Jobs bis Ende September 2012 gesichert. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat hatten sich dagegen gewehrt, dass die Mitarbeiter in eine eigene GmbH ausgegliedert und unter Tarif bezahlt werden.

Keine Einigung im Tarifstreit bei RWE

Der Energiekonzern RWE konnte auch in der fünften Tarifrunde für die bundesweit rund 28.000 Beschäftigten keine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi erzielen. Diese bezeichnet das Angebot einer dreiprozentigen Lohnerhöhung auf Frist von 16 Monaten als "Verhöhnung" der Belegschaft. Verdi und IG BCE fordern 6,5 Prozent Lohnerhöhung für zwölf Monate. Heute wird daher die Tarifkommission über einen Streik noch vor Weihnachten abstimmen. Vor der RWE-Zentrale in Essen haben gestern bereits etwa 1.500 Mitarbeiter demonstriert.

Warnstreiks bei Q-Cells-Tochter ausgesetzt

Der Solarzellenbauer Q-Cells kann aufatmen. In der Mitteldeutschen Zeitung hat Betriebsratschef Christian Kostyra für eine Aussetzung der Warnstreiks bei der auf Dünnschichtmodule (CIGS) spezialisierten Tochter Solibro angekündigt. Wie es heißt, wolle man zunächst innerbetriebliche Gespräche über Lohnerhöhungen mit der Geschäftsführung abwarten. Ein Streik wäre Händlern zufolge aufgrund des spürbaren Aufbaus von Lagerbeständen bei Dünnschicht-Solarmodulen nicht ohne Folgen.

SAP möchte mit Hewlett Packard kooperieren

Der Softwarekonzern SAP hat Hewlett-Packard (HP) ein Kooperationsangebot vorgelegt. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung boten die Walldorfer dem weltgrößten IT-Konzern aus den USA eine engere Zusammenarbeit an. "HP ist ein langjähriger guter Partner von uns, und wir sind offen dafür, diese Zusammenarbeit auszubauen", sagte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe.

ThyssenKrupp ordnet Aufsichtsrat neu

Der scheidende ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz wird in den Aufsichtsrat des Unternehmens wechseln. Deshalb soll der Allianz-Aufsichtsratschef Henning Schulte-Noelle sein Mandat niederlegen. Das berichtet Die Welt unter Berufung auf nahestehende Kreise. Schulz soll wie ursprünglich Schulte-Noelle bis 2015 als Aufsichtsrat bei ThyssenKrupp fungieren.  Ermöglicht wird der direkte Wechsel durch eine Ausnahmeregel im sogenannten Corporate-Governance-Kodex. Die Wahl soll bei der Hauptversammlung am 21. Januar erfolgen.