15.08.2019 Markus Bußler

Seltene-Erden-Star Lynas: Diese Meldung verbreitet Angst und Schrecken

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Lynas
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Es war etwas ruhig geworden um die Seltene-Erden-Produzenten Lynas. Doch hinter den Kulissen ging das Tauziehen um die Verlängerung der Lizenz der Verarbeitungsanlage auf Malaysia weiter. Jetzt gibt es – zumindest vorerst – eine Entscheidung: Die Lizenz wird verlängert. Allerdings knickt die Aktie in Deutschland dennoch ein. Die Atombehörde hat die Lizenz lediglich für sechs Monate verlängert. Und noch dazu eine ganze Reihe von Auflagen erteilt.

Diese Auflagen haben es in sich: Zum einen soll Lynas außerhalb von Malaysia binnen vier Jahren eine Cracking und Leaching-Anlage bauen. Außerdem soll Lynas eine offizielle Erlaubnis einer Behörde oder Regierung vorlegen, den Müll, der bei der Produktion von Seltenen Erden anfällt und der auch schwach radioaktiv sein kann, dort zu lagern. Die Atombehörde kündigt an, dass man sowohl den Bau als auch das Management einer solchen Anlage genau beobachten werde, um sicherzustellen, dass er nach internationalen Standard erfolgt.

Die Aktie knickte daraufhin ein. Eine Verlängerung der Lizenz um lediglich sechs Monate ist ein Tropfen auf den heißen Stein und gibt dem Konzern praktisch keine Planungssicherheit. Die Suche nach einem geeigneten Standort für eine Abfallanlage dürfte sich schwierig gestalten. In Malaysia hat Lynas mittlerweile viel Gegenwind bekommen und ob ein Land außerhalb Malaysias besonders erfreut darüber sein dürfte, den Müll aufzunehmen, während die Verarbeitung in einem anderen Land stattfindet (und auch dort das Gros der Investitionen gelandet ist), ist eher fraglich.

Lynas (WKN: 871899)

Übergeordnet freilich kann man sagen: Lynas hat den status quo für sechs weitere Monate erhalten. Die Kursreaktion in Deutschland mit zwischenzeitlich -20 Prozent erscheint überzogen - auch wenn Lynas sich sicher einen anderen Ausgang des Vefrahrens erhofft hat. Damit dürfte einmal mehr die Frage in den Raum rücken, ob nicht doch ein anderer Konzern Lynas übernehmen könnte. Bestrebungen in diese Richtung scheiterten zuletzt an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Doch da das Management jetzt erneut eher in der Defensive ist, könnte ein höheres Angebot vielleicht auf einen fruchtbaren Boden fallen.