Minen-Legende: Silber vor Neubewertung

Minen-Legende: Silber vor Neubewertung
Foto: Maxx-Studio/Shutterstock
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Markus Bußler 05.01.2026, 15:25 Markus Bußler

Silber gilt zwar heute nicht mehr als klassisches Währungsmetall, doch laut dem Rohstoffinvestor Frank Giustra steht es vor einer strategischen Neubewertung. In seinem aktuellen Kommentar warnt er vor einem sich zuspitzenden Machtkampf zwischen westlichen und östlichen Märkten, in dem Silber zunehmend zur geopolitischen Waffe werde. Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung dürfte eine deutliche Neubewertung des Metalls sein.

Giustra verweist auf historische Parallelen: Vom 16. bis frühen 19. Jahrhundert war China die größte Volkswirtschaft der Welt und absorbierte zeitweise 30 bis 50 Prozent der globalen Silberproduktion. Silber bildete das Fundament des chinesischen Geld- und Steuersystems. Der massive Silberabfluss aus Großbritannien zur Bezahlung chinesischer Waren führte letztlich zum Opiumhandel und zu den Opiumkriegen, die Hongkong zur britischen Kolonie machten – Beginn des sogenannten „Jahrhunderts der Demütigung“.

Heute, so Giustra, wiederhole sich Geschichte nicht, reime sich aber. China sei inzwischen wirtschaftlich und militärisch eine Supermacht und versuche nun, durch Exportrestriktionen die Kontrolle über die Silber-Lieferkette zu stärken. Als zweitgrößter Produzent sowie zentraler Raffinierer und Exporteur verfüge China über erheblichen Einfluss – diesmal aus einer Position der Stärke.

Diese Entwicklung trifft auf einen ohnehin angespannten Markt. Seit Jahren übersteigt die industrielle Nachfrage das Angebot deutlich, wodurch oberirdische Lagerbestände stark geschrumpft sind. 2024 erreichte die industrielle Silbernachfrage mit rund 680 Millionen Unzen ein Rekordniveau. Treiber ist vor allem die Energiewende: Die Solarindustrie verbraucht bereits über 200 Millionen Unzen pro Jahr, bis 2030 könnten es mehr als 450 Millionen sein. Silber ist aufgrund seiner Leitfähigkeit kaum substituierbar.

Silber (WKN: 965310)

Zusätzlich verstärkt neue Investmentnachfrage – insbesondere aus Indien – den physischen Engpass. Gleichzeitig stammt rund 72 Prozent der Silberförderung nur als Nebenprodukt anderer Metalle. Die Produktion lässt sich daher nicht kurzfristig steigern, während echte Primär-Silberlagerstätten selten sind.

Giustra warnt, dass der Markt zunehmend in Backwardation gerät: Physisches Silber ist sofort teurer als Terminware. Die extremen Leihgebühren im „Silver Squeeze“ im Oktober 2025 und Chinas Exportpolitik seien Vorboten einer strukturellen Knappheit. Für 2026 und darüber hinaus sieht er die Voraussetzungen für einen fundamental höheren Silberpreis gegeben.

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