29.06.2015 Nikolas Kessler

DAX vor turbulentem Wochenstart: Adidas, K+S, Sixt, Parrot, VW, HeidelbergCement, Deutsche Bank, Gold und Ebay im Fokus

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TecDAX
Trendthema

Die Eskalation der Griechenland-Krise dürfte den deutschen Aktienmarkt am Montag kräftig durchschütteln. 15 Minuten vor Handelsbeginn steht der DAX rund 4,4 Prozent im Minus bei 10.955 Punkten. Bei den Investoren machte sich Enttäuschung breit, nachdem sie sich in der vergangenen Woche trotz verhärteter Positionen Griechenlands und seiner Geldgeber noch zuversichtlich für eine Einigung gezeigt hatten. Am Wochenende waren die Verhandlungen über einen Kompromiss dann aber in letzter Minute gescheitert. Trotz der deutlich fallenden Kurse rechnen Börsenexperten allerdings nicht mit einem Crash am Aktienmarkt.

Die Standardwerte an der New Yorker Aktienbörse haben am Freitag dank guter Geschäftszahlen von Nike freundlich geschlossen. Die Technologietitel an der Computerbörse Nasdaq gaben hingegen nach. Mit Skepsis wurden die weiterhin verhärteten Fronten im Schuldenstreit Griechenlands mit seinen Gläubigern aufgenommen. Der Dow Jones Industrial endete mit einem Plus von 0,32 Prozent bei 17.947 Punkten. Auf Wochensicht stand jedoch ein Minus von 0,4 Prozent zu Buche.

An den asiatischen Aktienmärkten ging es angesichts der Zuspitzung in der Griechenland-Krise merklich abwärts. Der Nikkei-225-Index in Tokio fiel um mehr als zwei Prozent. Besonders die Aktien von Unternehmen, die viel in die Eurozone exportieren, büßten ein. Der Hang-Seng-Index in Hongkong und der CSI 300 mit den 300 größten Werten vom Festland verloren jeweils um die drei Prozent. Dabei hatte die chinesische Notenbank mit der vierten Zinssenkung seit November auf die schwache Wirtschaftsentwicklung reagiert. In der vergangenen Woche hatten sich jedoch die Sorgen um das Platzen einer Blase an Chinas Aktienmärkten verstärkt.

Der Euro hat zum Wochenstart wie erwartet nachgegeben. Das Minus der europäischen Gemeinschaftswährung hielt sich mit einem Abschlag von rund eineinhalb Cent allerdings in Grenzen. Am Montagmorgen kostete ein Euro 1,1008 Dollar. In den ersten Handelsstunden der Woche war er zeitweise bis auf 1,0955 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs gegen Freitagmittag noch auf 1,1202 Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8927 Euro.

Auch die Ölpreise sind im asiatischen Handel gefallen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete zuletzt 62,49 Dollar. Das waren 77 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 89 Cent auf 58,74 Dollar.

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