06.08.2015 Nikolas Kessler

DAX schwächer erwartet – Berichtsaison erreicht ihren Höhepunkt

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DAX
Trendthema

Der deutsche Aktienmarkt wird am Donnerstag schwach erwartet. Die New Yorker Börsen hätten ihre Gewinne am Vorabend nicht halten können und das bremse auch den zuletzt starken DAX erst einmal aus, sagten Börsianer am Morgen. Eine dreiviertel Stunde vor Handelsauftakt notiert der deutsche Leitindex knapp 0,5 Prozent tiefer bei 11.595 Punkten. Das wichtigste deutsche Aktienbarometer hatte aber auch in den vergangenen sieben Plustagen in Folge um mehr als 5 Prozent zugelegt.

Die Quartalsberichtssaison in Deutschland erlebt ihren Höhepunkt mit zwei Dutzend Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax, die über ihr abgelaufenes Vierteljahr berichten. Mit der Deutschen Telekom und der Post , dem Rückversicherer Munich Re , dem Sportartikelhersteller Adidas , dem Chemiekonzern Lanxess sowie dem Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA kommen alleine sechs Berichte aus der ersten deutschen Börsenliga. Auf der Konjunkturseite positionieren sich die Anleger bereits für den mit Spannung erwarteten offiziellen Arbeitsmarktbericht aus den USA am Freitag. Am Vortag war der Index des Dienstleisters ADP bereits deutlich schlechter als erwartet ausgefallen. Er signalisiert damit womöglich enttäuschende Zahlen.

Die Börsen in Asien haben uneinheitlich tendiert. Mit Ausnahme der japanischen Indizes gerieten die meisten Aktienbarometer ins Minus. Die regionale Benchmark, der MSCI Asia Pacific Index, lag um 6.30 Uhr MESZ bei 141,35 Zählern 0,2 Prozent im Plus. In Tokio gewann der Nikkei 225 Index 0,8 Prozent. Für Kauflaune sorgten Optimismus im Hinblick auf die Konjunktur in den USA sowie gute Unternehmensergebnisse. Zudem stützte der gegenüber dem Dollar schwächere Yen. Aktien von Toyota Motor Corp. verteuerten sich um 1,5 Prozent. Bei Nippon Telegraph & Telephone Corp. stieg der Kurs um 4,6 Prozent. Das Unternehmen kündigte einen Aktienrückkauf im Volumen von 100 Milliarden Yen an. Hingegen sank der Kurs von Ebara Corp. um 7,4 Prozent. Bei dem Pumpenhersteller hatte sich der Verlust ausgeweitet.

An der Wall Street hatten die Kurse am Mittwoch meist zugelegt, auch wenn der Dow-Jones-Index leicht im Minus schloss. Besonders Gewinnzahlen aus dem Technologiesektor sorgten für Zugewinne. Gefragt waren die Aktien von First Solar mit 16,7 Prozent Kursplus. Die Firma hatte mit ihrem Umsatzausblick die Prognosen übertroffen. Auch bei Priceline lagen die Quartalszahlen oberhalb der Erwartungen. Über die Webseiten des Betreibers von Online-Reisebüros wurden in den vergangenen drei Monaten rund elf Prozent mehr Reiseleistungen wie beispielsweise Hotels oder Mietwagen gebucht. Anleger belohnten die Daten mit einem Aufschlag von 5,2 Prozent. Dagegen standen die Titel von Walt Disney mit minus 9,2 Prozent unter Druck. Der Unterhaltungskonzern hatte nicht nur beim Umsatz die Erwartungen verfehlt, sondern auch die Prognose für den Gewinn im Bereich Kabelfernsehen gesenkt.

DEVISENMÄRKTE:

Der Euro ist am frühen Morgen kaum verändert bei 1,0909 Dollar gehandelt worden. Am Mittwoch hatte die Gemeinschaftswährung 0,2 Prozent gewonnen. Investoren warten auf den US- Arbeitsmarktbericht am Freitag und erhoffen sich weiteren Aufschluss über den Zeitpunkt einer Zinserhöhung durch die Ferderal Reserve.
Der Schweizer Franken lag zum Euro kaum verändert bei 1,0677 Franken. Zum Dollar war der Franken ebenfalls kaum verändert bei 0,9791 Franken.

ROHSTOFFMÄRKTE:

Die Ölpreise liegen so niedrig wie seit über vier Monaten nicht mehr, Brent-Öl rutschte wieder knapp unter die Marke von 50 Dollar je Barrel. Investoren spekulieren, dass die weltweite Ölflut anhalten wird. In den USA sind die Rohöllagerbestände in der Vorwoche zwar stärker als erwartet gesunken, die Produktion nahm jedoch erstmals in vier Wochen zu, wie aus Daten der Energy Information Agency hervorging. Die Lagerbestände liegen um mehr als 90 Millionen Barrel über dem Durchschnitt für die Jahreszeit. “Damit der Preis klettert, müsste die Produktion deutlich verringert werden”, sagte David Lennox, Analyst bei Fat Prophets in Sydney. “Es gibt derzeit nichts, was darauf hindeutet, dass es irgendein Aufwärtspotenzial für den Ölpreis gibt.” Der September- Terminkontrakt für WTI-Öl lag am Morgen kaum verändert bei 45,15 Dollar je Barrel. Brent notierte am Terminmarkt bei 49,70 Dollar je Barrel und war damit 0,2 Prozent teurer.

Der Goldpreis hat nachgegeben und liegt nahe an einem Fünfjahrestief. Die Unze Gold kostete am Kassamarkt 1084,78 Dollar und war damit kaum verändert. Für Belastung sorgt die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA bereits im September, was den Dollar stärkt. Starke Daten zur Aktivität im Dienstleistungssektor am Mittwoch untermauerten diese Erwartungen. Investoren warten nun auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die Daten “dürften auf eine Erholung am Arbeitsmarkt hindeuten”, sagte Vyanne Lai, Volkswirtin bei der National Australia Bank Ltd. in Melbourne. “Zusammen mit dem geringen Inflationsdruck dürfte sich die Federal Reserve mit einer Entscheidung, die Zinsen zu erhöhen, komfortabel fühlen. Gold wird sich stetig abschwächen.”

(Mit Material von Bloomberg und dpa-AFX)


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