11.11.2013 Steffen Eidam

DAX schließt im Plus: BASF, Commerzbank, Deutsche Euroshop, Grammer, Infineon, Kabel Deutschland, Nordex, QSC, RWE; Telekom und Wincor im Fokus

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DAX
Trendthema

Der deutsche Aktienmarkt tendiert zum Wochenauftakt freundlich. Zur Schlussglocke notiert der DAX rund 0,3 Prozent höher bei 9.108 Punkten. Am Donnerstag noch hatte das Börsenbarometer nach der überraschenden Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Rekordstand bei 9.193 Punkten erreicht.

BASF droht mit Produktionsverlagerung ins Ausland

Der Chemiekonzern BASF hat mit einer teilweisen Verlagerung seiner Produktion ins Ausland gedroht, falls er künftig nicht mehr von der Ökostrom-Umlage befreit wird. Vorstandschef Kurt Bock forderte im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" die Politik auf, die bestehenden Ausnahmeregelungen für energieintensive Industriezweige beizubehalten. Die kommende große Koalition von Union und SPD will die milliardenschweren Industrie-Rabatte prüfen. Nach Angaben des BASF-Chefs fürchtet der Chemieriese allein am Produktionsstandort Ludwigshafen Mehrkosten von fast 400 Millionen Euro.

Deutsche Euroshop erwägt Dividendenerhöhung

Die Deutsche Euroshop AG will ihre Anteilseigner in diesem Jahr möglicherweise mit einer höheren Dividende erfreuen. "Wir wollen unseren Aktionären immer mindestens so viel zahlen wie im Vorjahr. Für das Jahr 2012 waren dies 1,20 Euro pro Aktie. Diese Politik werden wir fortführen: Wir prüfen eine Erhöhung der Dividende", sagte Finanzchef Olaf Borkers der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Zukäufe hat der Spezialist für Einkaufszentren angesichts der derzeit hohen Immobilienpreise nicht auf der Agenda.

Infineon-Chef Ploss ist zuversichtlich

Der Chef des Chipherstellers Infineon, Reinhard Ploss, der am Dienstag die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorstellen wird, ist laut der "Wirtschaftswoche" optimistisch, dass der Technologiekonzern seine Krise überwunden hat. "Das Unternehmen liegt im Rahmen der Erwartungen. Wenn ich mir die aktuellen Wirtschaftsdaten, vor allem auch die Zahlen aus der Autoindustrie ansehe, die für unser Geschäft sehr wichtig ist, bin ich sogar recht optimistisch", sagte er und ergänzte, dass er vor allem positive Impulse aus den USA sehe.

Kabel Deutschland bekräftigt Prognose

Kabel Deutschland ist im zweiten Geschäftsquartal wegen Sondereffekten im Zusammenhang mit der Übernahme durch Vodafone tief in die roten Zahlen gerutscht. Demnach fiel für den Zeitraum Juli bis Ende September ein Fehlbetrag von 129,3 Millionen Euro an. Die negativen Sondereffekte summierten sich auf rund 206 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs indes im Jahresvergleich von 213,3 Millionen auf 232,3 Millionen Euro. Im Gesamtjahr will Kabel Deutschland mit dem bereinigten EBITDA weiterhin eine Marge von etwa 48 Prozent erreichen. Zudem bekräftige das Unternehmen die Anfang Oktober gesenkte Prognose eines Umsatzwachstums ohne Einspeiseentgelte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von fünf bis sechs Prozent.

Telekom investiert kräftig in Osteuropa

Die Deutsche Telekom hat für 546 Millionen Euro den Telekommunikationsdienstleister GTS Central Europe übernommen. GTS sei einer der führenden Anbieter von Telekommunikationsdiensten in Zentral- und Osteuropa. "GTS ist ein weiteres Element zum Ausbau unserer integrierten Marktposition mit Mobilfunk und Festnetzdiensten", sagte Finanzvorstand Timotheus Höttges. Die GTS-Gruppe hat nach diesen Angaben im vergangenen Jahr einen Umsatz von 347 Millionen Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 87 Millionen Euro erzielt. Verkäufer ist eine Gruppe internationaler Finanzinvestoren.

Citigroup hebt Ziel für Commerzbank

Die US-Bank Citigroup hat das Kursziel für Commerzbank nach Zahlen zum dritten Quartal von 9,70 auf 10,70 Euro angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Analyst Andrew Coombs erhöhte in einer Studie vom Montag seine Gewinnschätzungen je Aktie für 2013 um 75,3 Prozent sowie für 2014 und 2015 um 5,4 beziehungsweise 3,9 Prozent.

Grammer legt zu

Der Autositze-Hersteller Grammer profitiert weiter kräftig von den wachsenden Automärkten in Nordamerika und Asien. Aber auch dank eines Zukaufs wuchs der Umsatz des Oberpfälzer Zulieferers im dritten Quartal um fast 10 Prozent auf gut 310 Millionen Euro. Damit bleibt das Unternehmen auf Kurs zu einem weiteren Rekordjahr. Unter dem Strich stieg der Gewinn zwischen Juli und September um beinahe 12 Prozent auf 6,6 Millionen Euro.

Neue Energiepläne belasten Nordex

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex gerät heute unter Druck, nachdem Meldungen zu einer Korrektur der Energiewende laut wurden. Es sieht ganz danach aus, als ob eine große Koalition aus Union und SPD die Förderung von Ökostrom spürbar verringert, Rabatte für die Industrie überprüft und die Ausbauziele für Windparks auf See eingedampft werden.

Weniger Gewinn für QSC

Beim Telekomdienstleister QSC haben sinkende Umsätze im Stammgeschäft sowie Abschreibungen und hohe Investitionen die Quartalszahlen belastet. Unterm Strich sackte der Gewinn von 7,3 auf 4,7 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. An der Börse fiel die Aktie am Morgen um 3,24 Prozent auf 4,419 Euro. Der auf Geschäftskunden spezialisierte Telekom-Anbieter bekräftigte dennoch seine Jahresprognose. Im laufenden Jahr soll der Umsatz mindestens 450 Millionen Euro erreichen, die EBITDA-Marge mindestens 17 Prozent schaffen und der Free Cashflow mindestens 24 Millionen Euro betragen.

RWE trennt sich von Beteiligungen

Der Essener RWE-Konzern hat sich von Anteilen an zwei Windparks in Großbritannien getrennt. Jeweils 49 Prozent an den Windparks Lindhurst und Middlemoor seien an die Fondsgesellschaft Greencoat UK Wind verkauft worden, teilte RWE am Montag in Essen mit. Beide Windparks hätten eine Erzeugungskapazität von zusammen 63 Megawatt. Das Essener Unternehmen bleibt bei den Windparks Mehrheitseigentümer und ist weiterhin für Betrieb und Wartung zuständig. Den Kaufpreis bezifferte eine RWE-Sprecherin auf zusammen 70,6 Millionen Pfund. RWE kündigte an, den Betrag in Projekte im Bereich erneuerbare Energien investieren zu wollen.

Wincor profitiert von Neuausrichtung

Der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller Wincor Nixdorf erhöht seine Dividende kräftig. Nach einem Ergebnissprung im Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr will das Unternehmen 1,48 Euro je Aktie ausschütten. Ein Jahr zuvor hatte Wincor Nixdorf angesichts eines Konzernumbaus und eines eingebrochenen Gewinns 1,05 Euro ausgeschüttet. Der Umsatz stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 5 Prozent 2,47 Milliarden Euro. Während vor allem das Deutschland-Geschäft schwächelte, gab es in Asien kräftige Zuwächse. Der Überschuss nach Minderheiten legte ohne neuerliche Belastungen aus dem Umbau um fast 40 Prozent auf 87 Millionen Euro zu. Der operative Gewinn (EBITA) wuchs um 31 Prozent auf 132 Millionen Euro. Damit erreichte das Unternehmen die vor gut drei Monaten erhöhten eigenen Ziele.