21.04.2010 Steffen Eidam

DAX schließt im Minus: Aixtron, BASF, Daimler, Deutsche Postbank, Deutsche Telekom, EADS, Fraport, Karstadt, Q-Cells, SAP, Siemens und Solarworld im Fokus

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TecDAX
Trendthema

Der deutsche Aktienmarkt fällt vor dem Hintergrund wiederaufkeimender Sorgen um Griechenland am Mittwoch zurück. So beendete der DAX den Handel 0,54 Prozent tiefer bei 6.230 Punkten, der MDAX der mittelgroßen Werte verlor 0,07 Prozent auf 8.480 Punkte. Für den TecDAX ging es dagegen um 0,12 Prozent auf 849 Punkte hoch.

Goldman Sachs hebt Ziel für Aixtron

Die Experten von Goldman Sachs haben ihr Kursziel für Aixtron von 25 auf 31 Euro angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen. In der Begründung hieß es, dass die Erwartungen für Chiphersteller und Technologieunternehmen im ersten Quartal stabil seien. Zudem dürfte sich die Nachfragesituation kontinuierlich verbessern. Auch wären die  Lagerbestände geringer als allgemein prognostiziert. Bei Aixtron sei die LED-Nachfrage weiterhin Wachstumstreiber.

Analysten raten zum Einstieg bei BASF

Die Citigroup hat die Aktie von BASF vor der anstehenden Quartalsberichtssaison von "Hold" auf "Buy" und das Kursziel von 40 auf 51 Euro angehoben. In der Begründung verwies man auf die von den Schwellenländern ausgehende  konjunkturelle Erholung, welche auf gute Erstquartalszahlen beim  Chemieunternehmen hoffen lässt. Aufholpotenzial habe die Chemiebranche vor allem noch auf dem europäischen Markt. Die BASF-Aktie stehe demnach vor einer überdurchschnittlich guten Entwicklung.

Daimler drückt in China aufs Gaspedal

Der schwäbische Autobauer Daimler will in China durchstarten. Ziel ist es, auf Jahressicht 100.000 Autos in der Volksrepublik zu verkaufen. Im ersten Quartal legten die Pkw- Auslieferungen von Mercedes-Benz von 11.800 im Vorjahr auf 24.100. China entwickelt sich somit zum drittgrößten Absatzmarkt für Mercedes-Benz nach Deutschland und den USA. Insgesamt hat der Konzern im ersten Quartal 271.200 Fahrzeuge abgesetzt (plus elf Prozent).

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Spekulation befeuern Postbank

Gerüchte um die Deutsche Bank sorgen für Kursgewinne bei der Postbank-Aktie. Am Markt kursieren derzeit Gerüchte, wonach  die Deutsche Bank an einem Gebot für die restlichen Postbank-Aktien arbeite. Händler verwiesen in dem Zusammenhang darauf, dass eine Komplettübernahme durch die Deutsche Bank beschlossene Sache sei, lediglich der Zeitpunkt sei unklar.

Telekom plant Delisting in New York

Die Deutsche Telekom will sich von der New Yorker Börse zurückziehen. Nach Angaben des Konzerns könne mit diesem Schritt die Finanzberichterstattung vereinfacht und Kosten gespart werden. Im Zuge des Delistings werde die Telekom auch nicht mehr an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Comission (SEC) berichten. Der Rückzug könnte am 21. Juni 2010 nach Handelsschluss in Kraft treten. So genannte American Depositary Shares (ADS), eine Form von Zertifikat, das von US-Depotbanken ausgegeben wird und für eine bestimmte Anzahl Aktien eines ausländischen Unternehmens steht, sollen aber weiter ausgegeben werden.

EADS bietet erneut für Tanker-Auftrag

Die Airbus-Mutter EADS hat sich nun doch zu einem neuen Gebot im heftig umstrittenen Projekt der US-Luftwaffe durchgerungen. Nach dem Entgegenkommen des Pentagon infolge des Rückzugs des bisherigen US-Partners Northrop Grumman bietet der europäische Gemeinschaftskonzern in der 35-Milliarden-Dollar-Ausschreibung um den milliardenschweren Tanker-Auftrag der US-Luftwaffe doch wieder mit. Das EADS-Angebot soll am 9. Juli vorgelegt werden.

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Fraport: 50 Prozent in Frankfurt

Auf dem Frankfurter Flughafen konnten nach  Aufhebung der Luftraumsperre die Hälfte der üblichen 1400 Flugbewegungen abgewickelt werden. Wie der Betreiber Fraport mitteilte, werde es noch weitere 24 Stunden brauchen, bis sich der normale Betrieb einstellt. Passagiere müssten sich daher auch in den kommenden Tagen in Geduld üben. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte den zuvor wegen der isländischen Aschewolke gesperrten deutschen Luftraum wieder komplett freigegeben.

Goldman Sachs zeigt Interesse an Karstadt

Einem Pressebericht zufolge prüft Goldman Sachs die Übernahme der insolventen Warenhauskette Karstadt. Man "schaue sich das sehr ernsthaft an", habe aber noch keine Entscheidung getroffen. Am Freitag um 17 Uhr endet die Frist, bis zu der Interessenten ihre Kaufangebote für die Karstadt-Warenhäuser einreichen können. Neben der US-Bank, die indirekt einer der größten Gläubiger ist, gebe es laut Insolvenzverwalter Görg noch fünf weitere Interessenten. Goldman Sachs wolle nur dann bieten, wenn sich kein anderer Käufer findet, der die Kette als Ganzes erhält.

SAP plant Übernahme

SAP, Europas größter Softwarehersteller, will seine Geschäftsparte mit Umwelt und Sicherheitslösungen erweitern. Die Walldorfer werden daher die Firma TechniData übernehmen. Finanzielle Details wurden nicht bekanntgegeben. Die Übernahme soll zu Beginn des dritten Quartals abgeschlossen sein.

Ex-Siemens-Manager verurteilt

Im Schmiergeld-Prozess gegen ehemalige Siemens-Manager hat das Landgericht München das Urteil gefällt. So wurde der ehemalige Bereichsvorstand der Telekommunikationssparte, Michel Kutschenreuter, zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe von 60.000 Euro verurteilt. Außerdem muss er als Geldauflage eine Summe von 100.000 Euro an gemeinnützige Vereine zahlen. Etwas glimpflicher kam der frühere Leiter des Rechnungswesens davon: Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren und einer Zahlung 40.000 Euro davon.

Mögliches Sonderförderprogramm für Solarwerte

Die Titel aus der Solarbranche rücken heute in den Fokus der Marktteilnehmer. Einem Pressebericht zufolge plant die Bundesregierung ein Sonderförderprogramm für die deutsche Solarindustrie. Wie es heißt, sollen der Branche in den kommenden drei bis vier Jahren 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Mit dieser Sonderförderung wolle man die Belastung durch die geplante Senkung der Subventionen für Solarstrom auffangen. Die Nachricht dürfte sich auch positiv im Kurs der Solaraktien widerspiegeln. Im vorbörslichen Handel zogen die Papiere von Q-Cells oder Solarworld bereits um rund zwei Prozent an.