24.01.2020 Markus Bußler

Chef-Analyst: „Silber ist der Top-Trade“

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Silber
Trendthema

Aktuell tut sich nicht viel bei den Edelmetallen. Einzig Palladium dreht weiter einsam seine Kreise. Doch die bei Anlegern beliebten Metalle, Gold und Silber, stecken in einer Korrektur fest. Aber wenn es nach Scott Minerd, Chief investment officer bei Guggenheim Global, geht, dann wird dieser Zustand nicht lange Bestand haben. Sein Top-Trade: Silber. Er hält Silber im Vergleich zu Gold für unterbewertet und traut dem Edelmetall größeres Potenzial zu.

„Wenn man sich die relative Bewertung ansieht, dann steht Silber 65 Prozent unter seinem vorherigen Hoch, Gold jedoch ist schon nahe daran“, sagt er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Scott Minerd zitiert dabei den Ökonom Hyman Minsky, der Stabilität als geborene Instabilität sieht. Lange Zeiten von Stabilität führten demnach dazu, dass viele Investoren ihr Risiko immer weiter erhöhen würden. Sie haben ab einem Punkt schlicht und ergreifend Angst, dass die Preise weiter steigen würden und sie nicht dabei sind. Das aktuelle Umfeld erinnere ihn an das, was sich vor der Rezession 2001 und 2002 entwickelt hat.

Silber (ISIN: XC0009653103)

Der Aktionär sieht aktuell noch keine Parallelem zum Jahr 2000. Damals platzte die Dotcom-Blase. Doch tatsächlich scheint der Aktienmarkt kurzfristig heißgelaufen zu sein. Die Edelmetalle – Gold und Silber – konsolidieren aktuell. Gut möglich, dass sich diese Konsolidierung solange hinzieht, bis der Aktienmarkt einen größeren Rücksetzer vollzieht. Nüchtern betrachtet gilt das, was wir an dieser Stelle schon länger schreiben. Solange sich Gold über den 1.508-Dollar-Bereich hält und Silber den Bereich rund um 17,20 Dollar verteidigen kann, ist dies nichts anderes als eine normale Korrektur des steilen Anstiegs zu Jahresbeginn. Erst darunter würde sich ein komplexeres, möglicherweise weitaus negativeres Szenario zusammenbrauen. Aber aktuell signalisieren viele Minenaktien eher, dass der nächste Aufwärtsimpuls kräftig ausfallen sollte.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0