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Foto: www.wirecard.com
29.06.2020 Nikolas Kessler

Wirecard-Aktie steigt bis zu 200 Prozent – jetzt beginnt die Zockerei

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Wirecard

Trotz des Insolvenzantrags in der Vorwoche will Wirecard den Geschäftsbetrieb zunächst aufrechterhalten, teile der Zahlungsabwickler am Wochenende mit. Das kommt zu Wochenbeginn gut an. Die Aktie ist nach dem massiven Kursverfall nun jedoch endgültig zum Spielball der Spekulanten geworden.

„Mit der Stellung des Insolvenzantrags wird das Geschäft der Wirecard fortgesetzt. Der Vorstand ist der Meinung, dass eine Fortführung im besten Interesse der Gläubiger ist“, hieß es am Samstag in einer Mitteilung des Unternehmens an seine Kunden und Partner (DER AKTIONÄR berichtete).

Kunden und Partner könnten flüchten

Ob das gelingt, ist allerdings fraglich – zumal die Bedingungen erschwert sind: Die Wirecard Card Solutions Limited mit Sitz in Newcastle habe aufgrund einer Anordnung der zuständigen Aufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority) „ihre Geschäfte unterbrochen“, hieß es am Wochenende weiter.

Man hoffe, den Betrieb fortsetzen zu können, und diskutiere Maßnahmen mit den Behörden. Unternehmen, die bislang die Dienste der Wirecard Card Solutions genutzt haben, müssen derweil abwarten – oder Alternativen suchen. Unabhängig von der FCA-Anordnung hatten in der Vorwoche bereits die Kreditkartenriesen Visa und Mastercard ihre Kooperationen mit dem Wirecard auf den Prüfstand gestellt.

Worldline und Ingenico als Profiteure

Nach Einschätzung des Analysehauses Jefferies könnten vor allem die französische Zahlungsabwickler Worldline und Ingenico von der Wirecard-Insolvenz profitieren und abwanderungswillige Kunden abfischen. Die beiden Unternehmen fusionieren derzeit zum weltweit viertgrößten Payment-Konzern.

Dass sich der entstehende Riese nun auch noch Wirecard einverleibt, sieht Analyst Paul Kratz allerdings skeptisch: Beide seien gut genug aufgestellt, um Wirecard-Kunden aus eigener Kraft zu sich zu holen.

Wirecard (WKN: 747206)

Die Wirecard-Aktie ist nun fest in Zockerhand. Nachdem sie in den letzten Handelstagen bis zu 99 Prozent verloren hatte und am Freitag zeitweise bis auf 1,08 Euro abgetaucht war, kann sie sich am Montagvormittag in der Spitze auf rund vier Euro beinahe vervierfachen. Dennoch ist weiterhin höchste Vorsicht geboten: Beim wilden Treiben der Profi-Trader und Shortseller ziehen Privatanleger häufig den Kürzeren.

Mit Material von dpa-AFX.

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