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02.09.2020 Nikolas Kessler

Wegen Wirecard-Skandal: DWS zieht Konsequenzen

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DWS Group

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY steht wegen ihrer Rolle im Wirecard-Skandal massiv in der Kritik. Das Unternehmen hatte zehn Jahre lang die Bücher des Zahlungsabwicklers geprüft und testiert – und die Ungereimtheiten in der Bilanz offenbar nicht bemerkt. Geschädigte Investoren wollen klagen. Und es droht weiterer Ärger.

EY kann wegen der Rolle im Wirecard-Skandal doch nicht auf ein Engagement bei der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS hoffen. Stattdessen schlägt der Aufsichtsrat den Aktionären vor, auf der Hauptversammlung erneut den Konkurrenten KPMG als Wirtschaftsprüfer zu ernennen, wie ein DWS-Sprecher am Dienstag mitteilte. „Diese Entscheidung wurde vorsorglich, einvernehmlich und unter sorgfältiger Abwägung getroffen, um mögliche zukünftige Konflikte zu vermeiden, die sich aus EYs Rolle als Abschlussprüfer der Wirecard AG ergeben können.“

DWS selbst geschädigt

Die Entscheidung kommt nicht von ungefähr: Die Fondsmanager von DWS haben offenbar auf die Worte des Managements und die Prüfergebnisse von EY vertraut und mit dem Geld ihrer Kunden zwischenzeitlich stark in Wirecard-Aktien investiert. Die Fondsgesellschaft erwägt deshalb Klagen gegen Wirecard, den ehemaligen Chef Markus Braun und weitere Parteien.

KPMG agiert bereits seit dem Börsengang von DWS im Jahr 2018 als deren Wirtschaftsprüfer. Bei Wirecard hatte KPMG zuletzt in einer langwierigen Sonderprüfung Ungereimtheiten in der Bilanz aufgedeckt. Zuvor hatte Konkurrent EY Jahr für Jahr die Wirecard-Bilanzen testiert und erst im Juni das Testat für die 2019er-Bilanz verweigert – und damit das Ende des vermeintlichen Tech-Überfliegers eingeläutet.

DWS Group (WKN: DWS100)

Die Reaktion von DWS ist drastisch, angesichts der Vorgeschichte und des Reputationsverlusts von EY aber nachvollziehbar. Die Aktie des Vermögensverwalters steht seit Mai wieder auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR. Neueinsteiger können während der derzeitigen Konsolidierung aber weiterhin zugreifen.

Die Aktie der innsolventen Wirecard ist derweil auf Pennystock-Niveau angekommen und scheidet als seriöses Investment aus.

Mit Material von dpa-AFX.