28.10.2019 Fabian Strebin

Neue Klatsche für die Deutsche Bank

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Hauptversammlung der Deutschen Bank vom Mai diesen Jahres hat nun ein Nachspiel. Am Freitag kippte das Landgericht in Frankfurt die Entlastung von CEO Christian Sewing, Aufsichtsratschef Paul Achleitner und weiterer Vorstände bei der diesjährigen Hauptversammlung. Das Landgericht hat laut einer Sprecherin die Entlastung nach einer Klage der Riebeck-Brauerei für nichtig erklärt

Hinter der Brauerei steht der Deutsche-Bank-Aktionär Karl-Walter Freitag. Er klagt seit Jahren gegen die Deutsche Bank. Sewing, Achleitner und der ebenfalls nicht entlaste Karl von Rohr können ihre Ämter trotz der Gerichtsentscheidung weiter ausüben. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte: „Frühere Klagen dieses Berufsklägers zu Beschlüssen unserer Hauptversammlung waren nur äußert selten erfolgreich.“ Man will Berufung einlegen.

Welche Rolle spiel Cerberus?

In der Klage von Freitag ging es vor allem um den US-Finanzinvestor Cerberus. Er ist Großaktionär mit knapp drei Prozent bei der Bank, hat aber auch ein Beratungsmandat für den laufenden Konzernumbau. Das gilt bei vielen Anlegern als problematisch. Freitag wirft der Bank vor, dass sie die Aktionäre auf der Hauptversammlung nicht ausreichend über das Beratungshonorar von Cerberus informiert habe. Der Sprecher der Deutschen Bank sagte dagegen: „Wir sind fest davon überzeugt, unseren Aktionären auf der Hauptversammlung 2019 alle Fragen richtig und angemessen beantwortet zu haben“.

Unmittelbare Konsequenzen hat das Gerichtsurteil für die Deutsche Bank nicht.  Im Fall der Deutschen Bank haben die Aktionäre auf der Hauptversammlung den Managern mit klaren Mehrheiten ihr Vertrauen ausgesprochen. Sollte die Bank mit ihrer Revision vor dem Oberlandesgericht scheitern und die Entlastung aus formellen Gründen nichtig sein, so könnte  sicher die Abstimmung auf der nächsten Hauptversammlung im Mai wiederholt werden.

Deutsche Bank (WKN: 514000)