Während die geplante Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit in Deutschland hohe Wellen schlägt, dreht sich auch in Italien das Übernahmekarussell. Im Mittelpunkt steht dabei die Banco BPM, deren Aktionäre ein Angebot der Großbank Intesa Sanpaolo bekommen haben.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Intesa Sanpaolo will die Banca Monte dei Paschi di Siena für rund 30,6 Milliarden Euro übernehmen und bietet den Aktionären einen Euro in bar sowie 1,6 Intesa-Aktien je MPS-Aktie.
• Banco BPM hatte Monte dei Paschi die Sienna bereits am Sonntag eine Fusion „unter Gleichgesinnten“ vorgeschlagen. Durch einen Zusammenschluss könnte das zweitgrößte Finanzinstitut
Italiens mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 50 Milliarden Euro entstehen.
• Der AKTIONÄR setzt weiter auf die Konsolidierung des italienischen Bankensektors. Die MPS-Aktie bleibt ein Fusionskandidat; investierte Anleger bleiben mit Stopp bei 7,50 Euro dabei.
Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo will den heimischen Konkurrenten Banca Monte dei Paschi di Siena für etwas mehr als 30 Milliarden Euro übernehmen. Den Monte-Paschi-Aktionären werden ein Euro in bar sowie 1,6 eigene Aktien geboten, wie die Intesa am Montag in Turin mitteilte. Damit werde eine Monte-Paschi-Aktie mit etwas mehr als zehn Euro bewertet. Das sei eine Prämie von 12,5 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag. Die Offerte bewertet die Monte-Paschi-Aktien insgesamt mit rund 30,6 Milliarden Euro.
Die Banco BPM hat unterdessen laut einer Erklärung vom gestrigen Sonntag der Monte dei Paschi eine Fusion „unter Gleichgesinnten“ vorgeschlagen. Der BPM-Vorstand beschloss einstimmig, der ältesten noch existierenden Bank der Welt ein Angebot zu unterbreiten.
Dabei wurden weder ein Umtauschverhältnis noch weitere Details bekannt. Die Monte dei Paschi gab bisher keinen Kommentar ab. Sowohl die BPM als auch MPS gehören nach UniCredit und Intesa Sanpaolo zu den größten Banken Italiens. Durch eine Fusion könnte das zweitgrößte Finanzinstitut des Landes entstehen. Die Marktkapitalisierung wird bei mehr als 50 Milliarden Euro gesehen, wie aus der Erklärung hervorgeht.
Laut Banco BPM könnten vor Steuern Synergien in Höhe von mehr als 1,1 Milliarden Euro generiert werden. Diese sollen sich aus Kosteneinsparungen von mehr als 650 Millionen Euro und Umsatzsynergien von rund 450 Millionen Euro zusammensetzen. Die MPS hat eine harte Sanierung hinter sich, nachdem die Bank vor einigen Jahre als Pleitekandidat galt. Kürzlich wurde die Mediobanca übernommen.
Die Aktie der Monte dei Paschi ist eine laufende Empfehlung des AKTIONÄR, der schon länger auf eine weitere Konsolidierung im italienischen Bankensektor gesetzt hat. Vorbörslich gibt die Aktie nach den aktuellen Meldungen zum Wochenstart nun Gas. Wie auch immer sich die Lage durch das überraschende Angebot der Intesa Sanpaolo entwickelt, die MPS bleibt Kandidat für eine Fusion. Investierte Anleger bleiben mit Stopp bei 7,50 Euro dabei.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 07:54