Die DWS-Aktie notiert heute deutlich im Minus. Der Grund findet sich bei den am Morgen veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal. Zwar konnte der Vermögensverwalter von April bis Juni deutlich mehr Geld als erwartet einsammeln. Aber es gibt auch mehrere Punkte, die bei Anlegern gar nicht gut ankommen.
Kurz und knapp
• Die DWS sammelte im zweiten Quartal mit fast 25 Milliarden Euro deutlich mehr Neugeld ein als erwartet.
• Erträge und Vorsteuergewinn verfehlten jedoch die Analystenschätzungen, während höhere Kosten und niedrigere Gebühren belasteten.
• Nach dem Rekordhoch nehmen Anleger Gewinne mit; langfristig bleibt die DWS-Story dennoch intakt.
Der Fondsanbieter DWS hat im zweiten Quartal deutlich mehr Anlegergeld eingesammelt als erwartet. Unter dem Strich flossen dem Unternehmen knapp 25 Milliarden Euro zu, wie die börsennotierte Tochtergesellschaft der Deutschen Bank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Mittelzufluss von knapp 16 Milliarden Euro gerechnet.
Bei den Erträgen konnte DWS im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 773 Millionen Euro zulegen. Dennoch blieb das Unternehmen damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Gleiches gilt für den Vorsteuergewinn: Dieser lag bei 305 Millionen Euro und damit nur eine Million Euro über dem Vorjahreswert. Der Überschuss stieg hingegen dank einer Steuergutschrift um elf Prozent auf 237 Millionen Euro.
Das verwaltete Vermögen erreichte mit 1,19 Billionen Euro einen neuen Höchststand, wie Vorstandschef Stefan Hoops erklärte. Zwar lagen die Erträge im zweiten Quartal unter dem Niveau des ersten Jahresviertels, doch der Vorstand wertet dies nicht als problematisch. Hintergrund ist, dass DWS zu Beginn des Jahres besonders hohe erfolgsabhängige Gebühren vereinnahmt hatte, die normalerweise erst im zweiten Quartal angefallen wären. Betrachtet man das erste Halbjahr insgesamt, legten sowohl die Erträge als auch der Gewinn deutlicher zu.
Erst gestern erreichte die Aktie ein neues Rekordhoch. Die durchwachsenen Zahlen nutzen nun offenbar viele Anleger, um Gewinne mitzunehmen. DER AKTIONÄR rät langfristig orientierten Investoren aber, an Bord zu bleiben. Denn die Story ist nach wie vor intakt, und die Dividendenrendite bleibt attraktiv.
Enthält Material von dpa-AFX
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