21.08.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Keine Chance bei Saudi Aramco

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Trendthema

Das IPO des saudischen Erdöl-Konzerns Saudi Aramco wurde bereits verschoben. Nun soll es aber doch stattfinden. Es könnte mit einem Volumen von 100 Milliarden Dollar der größte Börsengang der Geschichte werden. Wie nun die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters berichten, hat Aramco Banken um Bewerbungen für eine Mitarbeit am Börsengang gebeten. Die Deutsche Bank dürfte allerdings leer ausgehen.

In Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist man nicht mehr gut zu sprechen auf die Deutsche Bank, seit die Kataris über zwei Fonds eingestiegen sind. Sie zählen zu den größten Anteilseignern. Die Mitglieder der Herrscherfamilie al Thani sind mit 6,1 Prozent an der Bank beteiligt. Mit Derivatepositionen beträgt das gesamte Engagement wohl mehr als neun Prozent.

Doch Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate boykottieren Katar wirtschaftlich und politisch. Dass eine Bank, deren größter Aktionär die Gegner aus Katar sind, beim Börsengang von Saudi Aramco mitmischen kann, ist somit sehr unwahrscheinlich

Die Deutsche Bank hat zuletzt im Investmentbanking an Boden verloren. Durch den Konzernumbau wird sich die Entwicklung noch beschleunigen. Der Börsengang von Saudi Aramco wäre ein prestigeträchtiges Aushängeschild gewesen.

Die Aktie der Deutschen Bank hat sich in den letzten Tagen wieder etwas erholt und notiert nun wieder deutlich über der 6-Euro-Marke. Am grundsätzlichen Bild hat sich aber nichts geändert. Anleger meiden die Aktie weiterhin.

Deutsche Bank (WKN: 514000)