04.02.2020 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Kapitalerhöhung vorerst abgewendet

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Kapitalausstattung der Deutschen Bank hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. Das war einer der Hauptgründe für die Begeisterung der Anleger in den letzten Tagen. Die harte Kernkapitalquote hat sich trotz des Umbaus leicht erhöht. Auch die Refinanzierungssituation scheint sich zu drehen. Operativ ist der Turnaround aber nur bei der Vermögensverwaltungstochter DWS geschafft.

Die harte Kernkapitalquote ist die engste Eigenkapitalbezeichnung bei Banken. Sie stieg bei der Deutschen Bank von 13,4 Prozent im dritten Quartal 2019 auf 13,6 Prozent im vierten Quartal. Viel Kapital wurde durch den Verkauf von risikogewichteten Vermögenswerten in der Abbaueinheit frei. So konnte auch der hohe Verlust von 5,7 Milliarden Euro abgepuffert werden.

Verschuldung sinkt langsam

Bei den Refinanzierungskosten kann CEO Christian Sewing anscheinend auch Erfolge verzeichnen. Die Bank will im laufenden Jahr mit 15 bis 20 Milliarden Euro zwar mehr Anleihen ausgeben als im Vorjahr (14 Milliarden Euro). Allerdings sollen auch 32 Milliarden Euro getilgt werden. Unter dem Strich sinkt der Leverage also etwas.

Keine Kapitalerhöhung im besten Fall

Die Angst der Anleger vor einer Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Umbaus ist abgeflaut. Mit einer soliden Kernkapitalquote und einer sinkenden Verschuldung sollte eine Restrukturierung ohne größere Kapitalmarktmaßnahmen möglich sein. Dazu darf sich die Situation an den Märkten bis Ende 2022 aber nicht ändern. Dann soll der Umbau abgeschlossen sein. Kommt es vorher zu einer Rezession in einem für die Deutsche Bank wichtigen Markt (USA, Europa, Deutschland), wird es schwierig für Sewing.

DER AKTIONÄR rät Anlegern weiter von einem Einstieg ab. Nach dem steilen Anstieg erscheint eine Fortsetzung der Rallye eher unwahrscheinlich. Langfristig sollten sich US-Banken oder die russische Sberbank besser entwickeln.

Deutsche Bank (WKN: 514000)