Mega‑Boom‑Aktien: Früh dran sein, Chancen nutzen!
09.09.2020 Nikolas Kessler

Rocket Internet: Es bleibt dabei…

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Rocket Internet

Rocket Internet hat zu Monatsbeginn Pläne für den Rückzug von der Börse präsentiert und den Anlegern bereits ein konkretes Rückerwerbsangebot für ihre Anteile unterbreitet. Dessen Höhe hatte speziell unter langjährigen Investoren für Unmut gesorgt – von der Finanzaufsicht BaFin aber jetzt grünes Licht bekommen.

Der Preis, zu dem Rocket Internet von der Börse gehen will, ist nicht zu gering. Das ist das Fazit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) laut einer DGAP-Mitteilung des Unternehmens vom heutigen Mittwoch.

Der MDAX-Konzern hatte am 1. September 2020 angekündigt, den Aktionären ihre Papiere zu je 18,57 Euro abkaufen zu wollen. Dem liegt der volumengewichtete Durchschnittskurs der letzten sechs Monate zugrunde, hatte Rocket mitgeteilt.

Die BaFin hat nun ebenfalls nachgerechnet und erklärt, dass der für die Bestimmung des gesetzlichen Mindestpreises relevante volumengewichtete durchschnittliche Kurs 18,56 Euro pro Aktie beträgt. Folglich wird Rocket den angebotenen Preis nicht erhöhen, teilten die Berliner mit. 

Zustimmung bei HV so gut wie sicher

In der Vergangenheit wurde wiederholt über einen Börsenrückzug der Start-up-Schmiede spekuliert. Die Entscheidung kam also nicht völlig überraschend. Die Konditionen für den Rückerwerb haben jedoch für Kritik gesorgt.

Anleger, die beispielsweise beim Börsengang im Oktober 2014 zum Kurs von 42,50 Euro eingestiegen sind, müssen nun Buchverluste von rund 56 Prozent realisieren (DER AKTIONÄR berichtete). Wegen der aktuellen Aktionärsstruktur des Unternehmens gilt eine Zustimmung zu den Delisting-Plänen bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 24. September aber dennoch als sicher.

Rocket Internet (WKN: A12UKK)

Das Rückerwerbsangebot begrenzt das Risiko bei der Rocket-Aktie nach unten. Im Gegenzug ist allerdings auch das Potenzial für steigende Kurse begrenzt. Selbst wenn das Unternehmen das Angebot noch geringfügig aufstocken sollte, sind hier keine großen Sprünge mehr zu erwarten.

Mit Material von dpa-AFX.