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09.10.2020 Andreas Deutsch

Amazon gegen Löw, Bayern und Co – steht der Sieger schon fest?

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Amazon.com

Streaming ist ein Megatrend – das weiß jeder. Videotheken sind Netflix, Amazon Prime und Co längst zum Opfer gefallen. Für Kinobetreiber und Fernsehsender sieht es ebenfalls nicht gut aus. Und es könnte für eine weitere Branche problematisch werden, in der jahrelang die Milliarden flossen: für den Profifußball.

Einer, der den Ernst der Lage begriffen hat, ist Oliver Kahn. „Wir werden in diesem Jahrzehnt Veränderungen erleben, die werden gewaltig sein“, prophezeit der ehemalige Nationaltorhüter im Sportstudio-Podcast des ZDF. Der Kampf um die Gunst der jüngeren Generation werde härter.

„Ich glaube nicht, dass die Konkurrenz von Bayern München jetzt nur Borussia Dortmund, Leipzig, andere Bundesliga-Mannschaften oder europäische Topclubs sind“, so Kahn. „Die Konkurrenz des FC Bayern sind andere Möglichkeiten, die junge Menschen im Bereich Unterhaltung haben. Die Konkurrenz ist Netflix, die Konkurrenz ist Amazon Prime.“

Die Zahlen geben Kahn Recht. Während der Fußball im Lockdown pausieren musste, gingen die Abozahlen bei Netflix, Amazon Prime und Co durch die Decke. Jetzt finden Fußballspiele zwar wieder statt, aber viele haben keine Lust, Geisterspiele im Fernsehen anzuschauen. Das Spiel Deutschland gegen die Türkei sahen am Mittwoch gerade einmal sechs Millionen Zuschauer.

Sinkt das allgemeine Interesse weiter, wird es womöglich schon bald weniger Übertragungen geben. Als Ersatz-Entertainment könnten selbst hartgesottene Fußballfans auf die Idee kommen, sich ein Netflix-Abo zu sichern oder Amazon-Prime-Kunde zu werden.

Somit könnten sich die Wachstumsprognosen für Videostreaming als zu konservativ erweisen. Laut Statista soll das weltweite Marktvolumen bis 2025 auf 76 Milliarden Euro anwachsen (2020: 46 Milliarden Euro). Die Zahl der weltweiten Nutzer soll von jetzt 882 Millionen auf 1,3 Milliarden steigen.

Amazon.com (WKN: 906866)

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