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06.08.2021 Robin Balke

Zynga bricht nach Q2-Zahlen ein – das Ende des Gaming-Booms

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Zynga

Die Zynga-Aktie fällt am Freitag nach einer enttäuschenden Prognose im frühen Handel über 16 Prozent. Zwar konnte das Unternehmen mit wachsendem Umsatz im vergangenen zweiten Quartal (bis Ende Juni) punkten, jedoch lag die Prognose für das dritte Quartal unter dem Analystenkonsens.

Starkes Wachstum im Q2

Im zweiten Quartal hat Zynga weiterhin gute Wachstumsraten verzeichnet. Der Umsatz legte um 59 Prozent auf 720 Millionen Dollar zu – Analysten hatten nur 680 Millionen Dollar erwartet.

Eine Überraschung war auch, dass das Unternehmen dieses Quartal einen Gewinn von 28 Millionen Dollar erzielte – im Vorjahresquartal wurde noch ein Verlust von 150 Millionen Dollar eingefahren. Damit konnten die Analystenschätzungen und die eigene Prognose übertroffen werden. Die Geschäftsführung rechnete mit einem Verlust von 30 Millionen Dollar.

Insbesondere die besser als erwartete Zahl der täglich aktiven Nutzer, die um 87 Prozent auf 41 Millionen zulegte, verhalf Zynga zu den starken Zuwächsen. Ein weiterer positiver Treiber war die starke Erholung im Werbegeschäft, dessen Umsätze um 110 Prozent auf 133 Millionen Dollar wuchsen.


Enttäuschende Prognose fürs Q3

Nicht überzeugen konnte jedoch die Prognose des Unternehmens für das kommende Quartal und das Fiskaljahr 2021. Zynga rechnet im dritten Quartal mit einem Umsatze von 660 Millionen Dollar, 60 Millionen weniger als die Analystenschätzung von 721,3 Millionen Dollar.

Vor allem die Maßnahmen, die Apple gegen das Tracking von Nutzern zwischen Apps implementierte, setzen Zynga, die einen Teil ihrer Einnahmen durch Werbung erzielen, unter Druck. Aber auch die Entwicklungen nach den Corona-Lockdowns:

Gaming und der Lockdown

Zynga hatte 2020/21 massiv von dem Lockdown profitiert. Hohe zweistellige Wachstumsraten und mehrere Handy-Spiele mit über einer Milliarden Downloads waren die Folge. Vor allem Smartphone-Spiele waren während der Pandemie gefragter denn je. So zeigt eine Statista-Studie, dass 2020 mit Mobile-Games 84 Prozent mehr umgesetzt wurde als mit Konsolen. Im Vergleich zu PC-Spielen waren es sogar 153 Prozent mehr.

Die Zeit vor dem Bildschirm stieg, die Umsätze legten zu und die Aktienkurse kletterten nach oben.Weltweit wurde 39 Prozent mehr Zeit mit Videospielen verbracht, in Lateinamerika waren es sogar 52 Prozent.

Immer mehr Länder lockern nun jedoch die Maßnahmen und es zieht die Menschen im Sommer nach draußen. Es ist also nicht verwunderlich, dass nun die Umsätze wieder sinken. Auch Zynga musste feststellen, dass mehr Spieler als erwartet weniger zocken. Vor allem seien es die in den Corona-Jahren 20/21 neugewonnen Spieler, die jetzt wieder anderen Tätigkeiten nachgehen.

Hier geht's zum Quartalsbericht von Zynga

Die Zynga-Aktie ist massiv unter Druck und von der Goldgräber-Stimmung des Corona-Gaming-Booms ist nicht mehr viel zu spüren. Besonders enttäuschend ist, dass trotz eines starken Quartals das Momentum aufgrund externer Faktoren nicht in das Q3 mitgenommen werden kann.

DER AKTIONÄR hatte Anfang April 2020 eine Empfehlung für Zynga ausgesprochen. Heute ist die Aktie jedoch unter den Stopp von acht Euro gefallen und wurde damit verkauft. Da die langfristigen Wachstumsaussichten jedoch intakt bleiben, behält das Papier seinen Platz auf der Watchlist.


Zynga (WKN: A1JMFQ)