22.05.2019 Nicola Hahn

Zukunftsmarkt 3D-Druck: Das sind die drei Top-Player

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Es ist ruhig geworden um das Segment der 3D-Drucker. Lange her sind die Hype-Phasen, in der die Aktienkurse der Hersteller förmlich explodierten. Was folgte war eine schnelle Ernüchterung. Doch wie steht es nun um den Markt? Was ist aus den bekannten Namen wie 3D-Systems geworden und wer hat aktuell die Nase vorn?

HP: Der Riese gibt Gas

Den Riesen Hewlett Packard (HP) aus dem Silicon Valley kennen die meisten wahrscheinlich nur als langweiligen Druckerhersteller. Doch 2014 stellte das Unternehmen bereits seinen ersten 3D-Drucker vor, bei dem verschiedene flüssige Materialien kombiniert werden. Seitdem hat sich viel getan.

Bei der eigens entwickelten "Metal-Jet"-Technologie handelt es sich um das Sprühen von Metallpulver und Bindemittel, die dadurch schichtweise miteinander verfestigt werden. Durch diese Technologie können Rentabilität, Qualität und Geschwindigkeit deutlich erhöht werden. 

Im vergangenen Jahr konnte der Konzern rund 58,5 Milliarden Dollar erlösen im Vergleich zu 52,1 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn betrug 5,3 Milliarden Dollar. Das aktuelle KGV beträgt 11. Der Bereich 3D-Druck

3D-Systems: Der Gebeutelte

Der Hersteller aus South Carolina hat eine turbulente Vergangenheit hinter sich. 2014 explodierte die Aktie förmlich und kratzte zwischenzeitlich an der 100-Dollar Marke. Bis heute hat die Aktie fast 90 Prozent seit dem Hoch 2014 verloren.

Besonders interessant bei 3D-Systems ist der Eintritt in den Markt der Zahnprothesen. Mittels des sogenannten DMP Dental 100-System können hochwertige Zahnprothesen aus Metall erzeugt werden. Dadurch können die Kosten für Zahnprothesen erheblich reduziert werden.

3D-Systems hat aktuell eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde Dollar. Allerdings schreiben die US-Amerikaner mit 45,5 Millionen Dollar noch Verluste. Auch die Zahlen in diesem Jahr konnten die Anleger noch nicht überzeugen.

Stratasys: Der Highflyer aus Israel

Ebenso wie 3D-Systems hat auch Stratasys eine turbulente Vergangenheit. Im Frühjahr 2014, also zu Hochphasen Hypes waren die Israelis zwischenzeitlich mehr als sieben Milliarden Dollar schwer. Auch hier kam es zum Absturz nachdem die Realität das Unternehmen einholte. Aktuell schreibt auch Stratasys mit 1,3 Millionen Dollar noch Verluste.

Vorzeigeobjekt des Unternehmens ist das Model J750. Dieses wird bereits in großen Autokonzernen wie zum Beispiel Audi genutzt, die die Technologie gezielt für die Entwicklung von Prototypen einsetzen.  

Fazit: Enormes Marktpotenzial, aber hochumkämpft

Unbestritten ist das enorme Marktpotenzial. Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt das Marktvolumen für den 3D-Druck im Jahr 2025 auf 180 bis 490 Milliarden Dollar. Vergleicht man dies mit den aktuellen Bewertungen der Unternehmen, so erscheinen diese fast schon lächerlich gering. Allerdings ist das Segment hochumkämpft und stark fragmentiert. Industriegiganten wie GE und HP investieren hier Milliarden. Die Entwicklung bleibt weiter spannend. Watchlist!