17.03.2015 Maximilian Steppan

Zinswende in USA: Turbulenzen drohen!

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Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat vor Finanzturbulenzen als denkbare Folge einer US-Zinswende gewarnt. "Wir nähern uns womöglich dem Punkt, an dem die USA im Laufe dieses Jahres zum ersten Mal seit 2006 die Zinsen anheben werden", sagte Lagarde am Dienstag im indischen Mumbai. "Auch wenn dieser Prozess gut gesteuert wird, kann die voraussichtliche Volatilität an den Finanzmärkten zu höheren Stabilitätsrisiken führen."

Konkret bezog sich Lagarde auf die Zeit ab Sommer 2013, als die US-Notenbank allein mit ihrer Ankündigung geringerer Wertpapierkäufe in vielen Schwellenländern eine Kapitalflucht ausgelöst hatte. Dies hatte viele aufstrebende Länder in erhebliche Schwierigkeiten gebracht. Zahlreiche Währungen werteten stark ab, die Börsen gingen auf Talfahrt. "Ich fürchte, das könnte kein einmaliger Vorfall sein", sagte Lagarde.

Die Führung der amerikanischen Notenbank berät seit Dienstag über die weitere geldpolitische Ausrichtung. Am Mittwochabend will die Fed ihre Entscheidungen verkünden. Fachleute rechnen mit konkreteren Hinweisen auf den Beginn von Zinserhöhungen.

Vieler Anleger zeigten sich vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank vorsichtig. Zudem sind die Daten vom Immobilienmarkt an der Wall Street am Dienstag negativ aufgenommen worden. Der Dow Jones Industrial fiel zuletzt um 0,60 Prozent auf 17.869 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index sank um 0,25 Prozent auf 2.075 Punkte. Dagegen präsentierten sich die Technologiewerte an der Nasdaq mit freundlicher Tendenz. Für den dortigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,21 Prozent auf 4.379 Zähler nach oben.

Investoren erhoffen sich von dem Treffen der Notenbanker mehr Klarheit über den Zeitpunkt und das Tempo der angekündigten Zinswende in den USA. Frische Konjunkturdaten trübten die Stimmung der Börsianer: In den USA ist die Zahl der Wohnungsbaubeginne im Februar so stark wie seit vier Jahren nicht mehr gesunken. "Die Bauaktivität hat sich seit den Tiefständen im Rezessionsjahr 2009 zwar deutlich verbessert, im historischen Vergleich sind die Niveaus der Bauzahlen aber noch immer gedrückt und der überraschend deutliche Rückgang der Hausbaubeginne enttäuscht", kommentierte Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba.

(mit Material von dpa-AFX)