06.02.2019 DER AKTIONÄR

Wirecard: 164 Prozent mit Big Short

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Immerhin 164 Prozent Gewinn blieben bei der Wirecard-Spekulation des Shortseller-Börsenbriefes in der Endabrechnung hängen. Den Put-Optionsschein CQ9PNY hatte shortseller.trade im Rahmen des Wirecard-Short-Reportes am 10. Oktober 2018 bei 2,07 Euro empfohlen. Der Autor des Shortseller-Briefes, André Fischer, gab in diesem Short-Report für Wirecard ein Kursziel von 70 Euro heraus. Mit dieser Prognose lehnte sich Fischer sehr weit aus dem Fenster, da die Wirecard-Aktie damals bei 181 Euro notierte.

Der Wirecard-Short-Report von Shortseller

In dem achtseitigen Short-Report bemängelte Fischer, dass „die Analysten in Bezug auf Wirecard voll des Lobes sind…“ und dass man „Verkaufsempfehlungen schon mit der Lupe suchen muss“. Das habe laut Fischer dazu geführt, dass „alle Bewertungskennziffern für den Online-Bezahlspezialisten deutlich über den historischen Werten liegen, teilweise sogar doppelt so hoch“.

In dem Wirecard-Short-Report wurde von Fischer zudem bezweifelt, dass Vorstandschef Markus Braun seine in einem Handelsblatt-Interview angekündigten Langfristziele („Wie der Wirecard-Chef 100 Milliarden Euro Börsenwert erreichen will“) erreichen kann. Eine weitere Aussage in dem Short-Report war: „Dass Wirecard die Wachstumsraten der letzten Jahre in Zukunft weiter aufrechterhalten kann, glaube ich nicht.“

Überfallartige Shortattacken

Ein weiterer Grund für das neue 70-Euro-Kursziel war der Umstand, dass der Online-Bezahlspezialist in der Vergangenheit wiederholt Opfer von überfallartigen Shortattacken wurde. Dabei erwähnte Fischer auch den letzten großen Angriff vor gut drei Jahren, welcher vom bis dahin unbekannten Analysehaus Zatarra Research geführt wurde. Über die negativen Erkenntnisse von Zatarra Research hatte damals ebenfalls die britische Financial Times zuerst berichtet.

Shortseller-Brief hält an 70-Euro-Ziel fest

Mit einer weiteren negativen Berichterstattung wartete die „Southern Investigative Reporting Foundation“ im Januar 2018 sowie die Süddeutsche Zeitung im November 2017 auf, worauf der Wirecard-Short-Report ebenfalls ausdrücklich hinwies. Da damit die Gefahr einer neuen – ungewöhnlich konzertierten – Short-Attacke deutlich gestiegen war, wurde schlussendlich der Put-Optionsschein CQ9PNY empfohlen. Der Shortseller-Börsenbrief hält an seinem Kursziel für 70 Euro für Wirecard weiter fest und rät daher, weiter Vorsicht walten zu lassen.