11.10.2012 Bastian Galuschka

Wilex: Das kann sich sehen lassen

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Dem 9-Monats-Bericht zufolge hat das Biotech-Unternehmen seine Kennzahlen in sämtlichen Bereichen verbessern können. Fallen jetzt noch die Studiendaten für den Hoffnungsträger Rencarex gut aus, war es ein rundum gelungenes Jahr 2012.

Den Umsatz auf 11,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt, den Verlust um 44 Prozent auf 7,4 Millionen Euro oder 0,31 Euro je Aktie gesenkt. Das Zahlenwerk des Münchener Biotech-Unternehmens Wilex für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2011/12 kann sich sehen lassen.

Vor allen Dingen auch bilanziell steht Wilex jetzt gut da. Dank einer Kapitalerhöhung wurde ein Rückzahlungsanspruch des Großaktionärs dievini Hopp BioTech holding aus der Gewährung eines Darlehens samt Zinsen von 7,8 Millionen Euro in Aktien gewandelt. Das Eigenkapital verbesserte sich damit auf 21,4 Millionen Euro. Im November des Vorjahres war es mit -4,5 Millionen Euro noch negativ. Die Eigenkapitalquote stieg von 14,3 auf 49,7 Prozent.

Finanzierung bis 2014 gesichert

Der neue Finanzvorstand Dr. Jan Schmidt-Brand sieht das Unternehmen durch die Kapitalerhöhung von rund 16 Millionen Euro bis ins Jahr 2014 finanziert. Zu verdanken hat Wilex die positive Geschäftsentwicklung vor allen Dingen dem Lizanzdeal mit Prometheus Laboratories für den Produktkandidaten Rencarex. Für die potenzielle adjuvante Nierenzellkrebstherapie hatte Wilex zwei Zahlungen von 19 und 17,5 Millionen Dollar erhalten, die das Unternehmen Schritt für Schritt als Umsatzerlöse verbuchen darf.

Genau Rencarex wird auch in den kommenden Wochen im Fokus stehen. Dann nämlich will das Wilex-Management Phase-III-Daten für den Wirkstoff vorlegen. Diese werden darüber entscheiden, ob Rencarex reif für den Markt ist und Wilex einen Zulassungsantrag stellen kann oder ob das Projekt nach jahrelanger Forschung gescheitert ist. Fallen die Daten positiv aus, will das Management den Antrag in Europa im ersten Halbjahr 2013 stellen. Der US-Partner Prometheus könnte danach in den USA folgen. Das Spitzenumsatzpotenzial für Rencarex liegt Unternehmensangaben zufolge bei 500 Millionen Dollar.

Heiße Wette

So positiv die Fortschritte beim Zahlenwerk wie auch zuletzt beim Produktkandidaten Redectane zu werten sind, kurzfristig hängt kurstechnisch bei Wilex alles von den Rencarex-Daten ab. Bei einem Erfolg der Nierenkrebstherapie steht die Aktie vor einer Neubewertung. Im Falle eines Rencarex-Flops wären hingegen herbe Kursverluste zu erwarten, der Fortbestand der Firma aber durch den Großaktionär Dietmar Hopp wie auch der diversifizierten Pipeline mit dem zukünftigen Umsatzträger Redectane und Lizenzeinnahmen aus weiteren Produktkandidaten gesichert.