Die Rally bei Speicher- und Festplatten-Aktien geht weiter. Morgan Stanley hat die Kursziele für Seagate und Western Digital massiv angehoben. Der Grund: Die Analysten sehen bei Festplatten wegen des KI-Booms eine deutlich längere Knappheitsphase – und erhebliches Potenzial bei den Preisen. Das sorgt vor allem bei Western Digital für Feierlaune.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Morgan Stanley erhöht die Kursziele für Seagate und Western Digital deutlich und bleibt für beide Aktien optimistisch.
• Die Analysten sehen HDD-Engpässe bis mindestens 2028 und erwarten weiter steigende Preise.
• DER AKTIONÄR favorisiert in diesem Bereich Seagate; breit gestreut geht es über den neuen Chip Titans Index.
Die Stimmung im Speicher-Sektor bleibt ausgesprochen stark. Nach den kräftigen Kursgewinnen bei KI-nahen Speicherwerten sorgt nun Morgan Stanley für den nächsten Schub: Die US-Bank hat ihre Kursziele für Seagate Technology und Western Digital deutlich angehoben und bleibt für beide Aktien optimistisch.
Analyst Erik Woodring erhöhte das Kursziel für Seagate von 767 auf 1.035 Dollar. Für Western Digital steigt das Ziel von 488 auf 650 Dollar. Beide Titel werden weiter mit „Overweight“ eingestuft. Seagate bleibt zudem der „Top Pick“ von Morgan Stanley.
Der zentrale Punkt der Analyse: Der Zyklus bei klassischen Festplatten, insbesondere bei Nearline-HDDs für Rechenzentren, dürfte länger und stärker ausfallen als bislang erwartet. Nach Gesprächen und Branchenchecks in Asien geht Morgan Stanley davon aus, dass die Engpässe mindestens bis 2028 anhalten könnten.
Woodring zufolge haben die jüngsten Überprüfungen eine stärkere und breitere HDD-Nachfrage gezeigt – verbunden mit der Chance auf deutlich höhere Preise. Die Nachfrage nach Festplatten soll laut Morgan Stanley jährlich um 40 bis 50 Prozent wachsen, während das Angebot nur um 30 bis 35 Prozent zulegen dürfte. Genau diese Lücke könnte den Herstellern über Jahre hinweg erhebliche Preissetzungsmacht verschaffen.
Besonders spannend ist der Blick auf die Preisentwicklung. Aktuell liege der Preis für Nearline-Festplatten bei weniger als 15 Dollar je Terabyte. Nach Checks in Taiwan peilen Anbieter Morgan Stanley zufolge in den kommenden zwei bis drei Jahren jedoch 25 bis 30 Dollar je Terabyte an. Sollte sich dieses Szenario bewahrheiten, wären die Gewinnschätzungen für Seagate und Western Digital deutlich zu niedrig.
Morgan Stanley geht bereits im Basisszenario davon aus, dass die eigenen Gewinnschätzungen je Aktie für das Geschäftsjahr 2028 rund 70 Prozent über dem aktuellen Marktkonsens liegen. Im bullischsten Preisszenario könnten sich die Gewinne von Seagate und Western Digital zwischen 2025 und 2028 sogar verzehnfachen.
Angetrieben wird die Nachfrage vor allem durch den anhaltenden KI-Boom. Cloud-Anbieter investieren weiter massiv in Rechenzentren. Dazu kommt zusätzliche Nachfrage durch Inferenz-Anwendungen und KI-Agenten. Gleichzeitig sorgen neue Laufwerksgenerationen mit höheren Kapazitäten sowie stark steigende NAND-Preise dafür, dass HDD-Hersteller ihre Preise selbstbewusster anheben können.
Morgan Stanley bezeichnet HDDs deshalb weiterhin als den bevorzugten Bereich für KI-Exposure innerhalb der IT-Hardware. Trotz der starken Kursentwicklung hält die Bank die Bewertungen mit dem 11- bis 18-Fachen der erwarteten Gewinne für 2027 im Basis- beziehungsweise Bullenszenario weiter für nicht überzogen.
Am Markt kommt die Studie gut an. Speicher- und Festplattenwerte ziehen deutlich an. Das gilt vor allem für Western Digital. Die Aktie springt um über 14 Prozent in die Höhe. Doch auch Seagate, Micron und SanDisk legen kräftig zu.
Seagate und Western Digital sind die größten Profiteure davon, dass klassische Festplatten im KI-Zeitalter wieder strategisch wichtiger werden. DER AKTIONÄR favorisiert in diesem Bereich Seagate.
Anleger, die breit gestreut vom Chip- und Speicherboom profitieren wollen, greifen zum neuen Chip Titans Index von DER AKTIONÄR.
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