26.05.2010 Alfred Maydorn

Washington Mutual: Der Kampf um die Milliarden geht weiter!

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Die Aktionäre der insolventen US-Sparkasse Washington Mutual geben sich nicht geschlagen. Sie wollen jetzt die Übernahme durch JPMorgan im September 2008 selbst untersuchen. Ein entsprechender Antrag wurde am Dienstag eingereicht.

Nachdem das Konkursgericht Anfang Mai eine erneute Untersuchung des Zusammenbruchs und der anschließenden Übernahme der Washington Mutual durch JPMorgan durch einen unabhängigen Prüfer abgelehnt hatte, nehmen die Aktionäre die Sache nun selbst in die Hand. Die offizielle Vertretung der Aktionäre (Equity Committee) hat am Dienstag hierfür einen Antrag bei einem amerikanischen Gericht eingereicht. Das teilte der Nachrichtendienst Reuters mit.

20 Milliarden Dollar

Bei der Untersuchung sollen die Umstände der vielfach kritisierten Zerschlagung durch amerikanische Behörden und die anschließende Übernahme großer Teile der ehemals größten US-Sparkasse aufgeklärt werden. Die Aktionäre sind der Auffassung, der im September 2008 von JPMorgan gezahlte Kaufpreis von 1,9 Milliarden Dollar sei deutlich zu niedrig gewesen. Es wird geschätzt, dass sich eventuell einklagbare Ansprüche auf bis zu 20 Milliarden Dollar summieren könnten.

Richterliche Aufforderung

Die Konkursrichterin Mary Walrath hatte die Aktionäre in einer Anhörung Anfang Mai dazu aufgefordert, eigene Untersuchungen anzustellen. Jetzt kommen die Anleger diesem Rat nach. Geklärt werden sollen auch die Umstände, unter denen die im März vorgeschlagene Einigung zustande gekommen ist, nach der die Besitzer von Stammaktien leer ausgehen würden.

Neue Dynamik?

Noch ist völlig ungewiss, inwieweit eine erneute Prüfung zugelassen wird und was für Ergebnisse sie bringt. Aber die Spekulation um Washington Mutual dürfte zumindest wieder an Dynamik gewinnen. In den letzten Wochen ist die Aktie aufgrund der zunehmend schwindenden Hoffnungen der Anleger auf ein neues Jahrestief gefallen.

Mögliche Vervielfachung

Am Dienstag notierte ein Anteilschein der insolventen Sparkasse bei 0,113 Dollar, was 0,092 Euro entspricht. Die Nachricht über die geplanten Untersuchungen wurde erst nach Börsenschluss bekannt. Eine mögliche Reaktion ist also erst heute zu erwarten. Weiterhin ist alles möglich im amerikanischen Sparkassenlotto. Wer mitzocken will, kann unter 0,10 Euro einen kleinen Betrag investieren, sollte sich aber des hohen Risikos bewusst sein. Eine Vervielfachung des eingesetzten Kapitals ist ebenso möglich wie ein Totalverlust.