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Was kann die Blockchain wirklich?

Was kann die Blockchain wirklich?
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08.09.2017, 10:35 ‧ Benedikt Kaufmann

Kurszuwächse jenseits der 1.000 Prozent in wenigen Wochen verdeutlichen einen Nutzen von Kryptowährungen – die Spekulation. Der wahre Nutzen, der tatsächliche Mehrwert liegt jedoch hinter der Spekulation verborgen – die Blockchain. An der Einführung der neuen Technologie arbeiten bereits große Tech-Konzerne und Banken. Kein Wunder, denn die Vorteile sind riesig.

Die praktische Anwendung der Blockchain-Technologie geht viel weiter als die pure Spekulation mit Kryptowährungen – das Schlüsselwort hierfür heißt Distributed Ledger (wörtlich „verteiltes Kontobuch“). Das Distributed Ledger dient dazu, im digitalen Zahlungs- und Geschäftsverkehr Transaktionen von Nutzer zu Nutzer aufzuzeichnen, ohne dass es eine zentrale Stelle oder einen Mittelsmann braucht, um jede einzelne Transaktion zu legitimieren. Es kann praktisch jedes digitale Asset über die Blockchain gehandelt werden. Zusätzlich kann die Transaktionshistorie des Assets aufgezeichnet werden, da das Distributed Ledger als dezentrales Register fungiert.

Ein interessantes Beispiel ist Everledger, das Zertifikate und Transaktionshistorie von Diamanten speichert. Bei Everledger werden der Produzent, die Seriennummer, der Eigentümer, Transaktionen und Versicherungsdetails eines Diamanten in einer Datenbank gespeichert. Diese Datenbank ist für jeden zugänglich und einsehbar, kann aber nur durch die Berechtigten abgeändert werden. Mittlerweile sind über 800.000 Diamanten auf der Plattform registriert.

Die Vorteile einer digitalen Asset-Verwaltung sind riesig. Sie ist sicherer, schneller und kostengünstiger. Es ist also nicht verwunderlich, wenn Unternehmen, welche diese Vorteile ihren Kunden zur Verfügung stellen wollen, momentan wie Pilze aus dem Boden schießen. Jedoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass Start-ups entsprechende Distributed Ledger anbieten werden – führend werden auch hier Konsortien aus Großkonzernen sein. Sie werden sich für unterschiedliche Asset-Klassen auf einen Standard einigen und die hierfür nötige Unterstützung der Regulierungsbehörden erhalten.

Ein Beispiel für ein solches Konsortium ist das zwischen den sieben Großbanken Deutsche Bank, HSBC, KBC, Natixis, Rabobank, Societe Generale sowie Unicredit und dem Tech-Konzern IBM. Gearbeitet wird an einer Verbesserung der Bezahlvorgänge von kleinen und mittelständischen Unternehmen untereinander.

Bereits jetzt gibt es Experten, welche die Einführung der Blockchain mit der Erfindung des Internets gleichsetzen. Wer sind also die Profiteure des neuen Booms? In seiner aktuellen Ausgabe 37/17 nimmt DER AKTIONÄR die Krypto-Aktien unter die Lupe und erklärt spannende Hintergründe zu Kryptowährungen sowie ICOs.

Ebenfalls lohnt es, die First Mover in diesem Bereich im Auge zu behalten. Aktuell ist hier neben IBM auch Microsoft zu nennen.

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