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19.04.2021 Jürgen Dreifürst

WANT-Index: Alibaba und Co vor Aufholjagd?

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WANT Index

China hat mehrere Firmen benannt, die wegen ihrer Marktdominanz ins Visier der Staatsführung geraten sind. Betroffen sind unter anderem der Anbieter von sozialen Netzwerken Tencent und Spieleentwickler NetEase. Beide Unternehmen gehören neben Kurznachrichtenbetreiber Weibo und Alibaba zu den Mitgliedern des WANT-Index. Zudem wurde Alibaba mit einer Rekord-Strafe von 2,8 Milliarden US-Dollar belegt. Sind die chinesischen Wettbewerbshüter nun am Ende ihrer Regulierungsoffensive gegen die Marktmacht der Big-Techs? Und was ist schon eingepreist?

Die Milliarden Strafe für Alibaba kann als erster Warnschuss für Tencent und NetEase verstanden werden. Die chinesische Regierung will damit zeigen, dass Sie es mit der Regulierung ernst meint. Die Unternehmen müssen nun schleunigst bei sich aufräumen und dafür sorgen, dass alle Gesetze und Vorschriften eingehalten werden. Genau eine Woche ist es her, als der E-Commerce-Gigant Alibaba die mit Abstand höchste Strafe akzeptierte, die je von den Wettbewerbshütern verhängt wurde. Seitdem notiert die Aktie nahezu unverändert.

Die Strafe berechnete sich aus rund vier Prozent vom Umsatz des Unternehmens in China im Jahr 2019. Hier wären auch bis zu zehn Prozent möglich gewesen, schlimmstenfalls zudem Rückerstattungen oder erzwungenene Abspaltung von Unternehmenseinheiten. Das alles bleibt Alibaba jedoch erspart. Das US- Investmenthaus Morgan Stanley empfiehlt die Aktie als "taktische Idee" zum Kauf mit Kursziel 300 Dollar; aktuell notiert die Aktie bei 238 Dollar. Am 30. April wird das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlichen.

Unbeeindruckt von der Strafzahlung reagierten die Aktienkurse von Kurznachrichten-Betreiber Weibo sowie von Tencent und NetEase. Alle drei Aktien veränderten sich zuletzt kaum. Ist das die Ruhe vor dem Sturm? Es ist damit zu rechnen, dass die chinesische Regierung auch Strafzahlungen gegen Tencent und NetEase verhängen wird. Die Regierung will damit zeigen, dass sie einem Marktmissbrauch den Kampf ansagt.


Chart WANT-Index in €

Seit Jahresanfang hat der WANT-Index vierzehn Prozent zugelegt. Best Performer im Index ist aktuell Weibo mit plus 24 Prozent, gefolgt von NetEase plus 15 Prozent, Tencent plus 11 Prozent und Alibaba plus 7 Prozent.

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Es ist nur schwer vorherzusagen, ob und welche Strafzahlungen auf die Mitglieder des WANT-Index zukommen können. Es ist davon auszugehen, dass die Regierung nicht die Absicht hat, ein Unternehmen durch Strafzahlungen in Existenznot zu bringen. Mutige Neueinsteiger können spekulativ eine erste Position aufbauen. Anleger, die bereits im Index investiert sind, sollten vor einem Zukauf abwarten. Langfristig ist DER AKTIONÄR positiv für den WANT-Index gestimmt.

Herr Bernd Förtsch, Verleger und Eigentümer der Börsen¬medien AG, hält mittelbar eine wesentliche Beteiligung an der flatex AG, deren Tochtergesellschaft flatex Bank AG unter der Marke flatex Online-Brokerage betreibt. Die flatex Bank AG erhebt für den Handel in Finanzinstrumenten in der Regel von ihren Kunden Ordergebühren. Die flatex Bank AG hat mit Morgan Stanley, Goldman Sachs, Société Générale, UBS, Von¬tobel, BNP Paribas und HSBC eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, wonach diese Institute den Status eines bevorzugten Partners von Hebelprodukten (Exchange Traded Products) haben und von ihnen emittierte Hebelprodukte durch die flatex Bank AG angeboten werden, die Kunden ohne oder mit reduzierten Ordergebühren handeln können. Die flatex Bank AG erhält in diesem Zusammenhang von Morgan Stanley, Goldman Sachs, Société Générale, UBS, Vontobel, BNP Paribas und HSBC Vergütungen für den Vertrieb dieser Finanzinstrumente.
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