Volkswagen steht vor einem Umbau. Konzernchef Oliver Blume verlangt angesichts der Krise in der weltweiten Automobilindustrie Geschlossenheit. „Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen“, sagte er der Bild am Sonntag. Der Konzern habe den größten Transformationsplan seiner Geschichte aufgelegt. Die Aktie von Volkswagen steht zum Wochenstart deutlich unter Druck
Wie weit die Einschnitte reichen, soll sich bei neun Betriebsversammlungen zeigen. Zwischen dem 25. und 31. August stehen Termine in Wolfsburg, Emden, Zwickau und weiteren Werken an. Dort soll der Vorstand Rede und Antwort stehen. Die Arbeitnehmerseite hatte vor den Werksferien Details verlangt.
Für Blume sind die nächsten Jahre entscheidend. Die Autoindustrie steckt in einer Mega-Krise. Ein fundamentaler Marktwandel und globale Verwerfungen setzten die Hersteller unter Druck. Als Gründe nannte er Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und Wettbewerb. Volkswagen sei mittendrin. Zugleich appellierte Blume an den Kampfgeist – für Belegschaft, Unternehmen und Standort Deutschland.
Bereits im Frühjahr hatte Blume ein neues „Zielbild 2030“ angekündigt und eine Verschärfung des Sparkurses in Aussicht gestellt. Im Fokus stehen die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Für diese Werke gebe es derzeit keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre. Konkrete Schließungen seien noch nicht beschlossen. Neben vier gefährdeten Werken stehen bis zu 50.000 zusätzliche Stellen zur Debatte.
Unter den Autotiteln steht Volkswagen mit einem Minus von 1,9 Prozent zum Wochenstart am DAX-Ende. Die Aktie von Volkswagen ist seit ihrem Tief Anfang Juli bei 69,20 Euro in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Nun kommt erneut Druck auf. Wichtig ist, dass das Juli-Tief nicht unterschritten wird, sonst drohen weitere Abverkäufe. Die Aufgabe von Konzernchef Blume ist keine einfache, die Marke VW zu alter Stärke im globalen Automobilmarkt zu führen. Sowohl fundamental als auch charttechnisch drängt sich beim DAX-Titel derzeit kein Einstieg auf. Laufende Empfehlungen des AKTIONÄR im Autosektor sind derzeit BMW und Ferrari.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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