Der DAX steht am Donnerstag erneut unter Druck. Am Nachmittag steht beim Leitindex ein Minus von 1,3 Prozent auf der Kurstafel. Vonovia toppt das mit minus 1,7 Prozent sogar noch etwas. Dabei sorgt ein Insiderkauf zumindest für etwas Unterstützung. Vor allem aus einem Grund verpufft das heute dennoch.
Die Erholungsbewegung bei Vonovia bleibt auch am Donnerstag aus. In der vergangenen Woche hatte der Wohnungsriese mit seinen Zahlen und vor allem mit dem Ausblick die Märkte enttäuscht. Die Aktie sackte daraufhin um rund zehn Prozent ab.
Dabei hatte der Konzern die Prognosen für das laufende Jahr sowie die mittelfristigen Ziele bis 2028 bestätigt und einen beschleunigten Schuldenabbau angekündigt, den einige institutionelle Anleger seit geraumer Zeit fordern.
All das hilft aktuell aber nichts, weil ein anderes Thema derzeit wieder alles überragt: die Zinsperspektive. Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs ist die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen verpufft. Stattdessen erwarten einige Volkswirte sogar wieder steigende Zinsen. Diese sind Gift für die hoch verschuldeten Immobilienkonzerne.
Ein Insider hat den Kursrückgang allerdings zum Kauf genutzt. Vorstand Arnd Fittkau hat Vonovia-Aktien im Wert von 95.625 Euro gekauft. Laut der am heutigen Donnerstag veröffentlichten Mitteilung erwarb er am Dienstag 4.500 Aktien zum Preis von 21,25 Euro je Aktie. Der Insiderkauf kann als positives Signal gewertet werden, weil damit ein Vorstandsmitglied eigenes Geld in die Aktie investiert. Dennoch verliert Vonovia heute sogar leicht überdurchschnittlich. Zu groß sind derzeit einfach die Sorgen vor einer weiteren Eintrübung der Zinsaussichten.
Vonovia hat fundamental den richtigen Weg eingeschlagen. Zudem ist das defensive Geschäftsmodell krisenerprobt. Aktuell dominiert aber einmal mehr die eingetrübte Zinsperspektive. Anleger halten daher vorerst Abstand von der Aktie und warten mit einem Wiedereinstieg auf eine Aufhellung der Chartlage.
Heute, 14:12