Die Vorzugsaktie von Volkswagen hat am Montag ein neues Mehrjahrestief markiert. Mit 67,02 Euro kostete das Papier des Wolfsburger Autobauers im Tagestief so wenig wie zuletzt im Mai 2020. Klar ist: Bei VW besteht dringender Handlungsbedarf – der Konzern ist in Schieflage geraten. Doch was spricht die Saisonalität jetzt für den weiteren Verlauf?
- Im Oktober verlor die VW-Aktie im Schnitt der vergangenen fünf Jahre 2,9 Prozent.
- Seit Monatsbeginn steht für das Papier bereits ein Minus von 3,8 Prozent zu Buche.
- Auch der November war im Fünfjahresmittel leicht negativ.
Der Rückgang im Oktober liegt damit bereits über dem historischen Monatsdurchschnitt. Eine Trendwende lässt sich aus den Saisonmustern nicht ableiten. Eher mahnt der Blick zurück zur Vorsicht: Im September büßte die Aktie 9,3 Prozent ein. Das war deutlich mehr als das durchschnittliche Minus von 5,4 Prozent.
Weitere Verlustmonat voraus?
Auch der November brachte Volkswagen in den vergangenen fünf Jahren im Mittel ein kleines Minus von 0,4 Prozent. Allerdings schwankten die Monatsrenditen teils stark. Die Statistik ist deshalb kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Kursentwicklung – zumal sie nur fünf Jahre umfasst.
Aus charttechnischer Sicht ist mit der VW-Vorzugsaktie aktuell ebenfalls kein Blumentopf zu gewinnen. Die wichtigen gleitenden Durschnitte wie die 200-Tage-Linie (82,99 Euro) oder der GD50 bei 75,39 Euro notieren deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Um auch nur annährend wieder in diese Kursregionen vordringen zu können, müsste die Aktie zunächst ihre Talfahrt stoppen. Dazu bedarf es allerdings unbedingt positiver Meldungen aus dem Konzern.
Rückrufaktion weitet sich aus
Dieses sind allerdings nicht in Sicht. Im Gegenteil: Wegen einer rostenden am Lenkgetriebe muss der VW-Konzern wohl rund um den Globus 4,64 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Betroffen sind laut Informationen der Bild die Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat. Das Problem betrifft verschiedene Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns. Bei VW selbst geht es vor allem um Modelle wie Tiguan, Touran, Caddy sowie den Golf Variant und Golf Sportsvan, die zwischen September 2013 und Juli 2024 vom Band liefen. Darüber hinaus sind auch die Seat-Modelle Ateca und Tarraco sowie der Audi Q3 betroffen.
Es bleibt dabei: Die Krise beim VW-Konzern ist noch lange nicht vorbei. Mit dem heutigen Kursrutsch auf 67,02 Euro wurde die Aktie ausgestoppt. Ein Neueinstieg drängt sich aktuell nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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