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Volkswagen: „Sanierungsfall“

Volkswagen: „Sanierungsfall“
Foto: Sean Gallup/Staff/Getty Images Europe
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Philipp Schleu 05.12.2024, 15:30 Philipp Schleu

Auf der gestrigen Betriebsversammlung in Wolfsburg hat Vorstandschef Oliver Blume die angespannte Lage des Autobauers unmissverständlich auf den Punkt gebracht. Der gesamte Konzern sei ein „Sanierungsfall“ – dafür erntete er Pfiffe und Buhrufe. Doch auch die Zukunftsaussichten sind nicht gerade rosig.

China, lange Zeit eine der größten Erfolgsgeschichten für Volkswagen, entwickelt sich zunehmend zum Problem. Die Marktbedingungen haben sich stark verändert, und der Umsatz in der Region wird laut Blume im Jahr 2024 nur noch bei 1,6 Milliarden Euro liegen – ein drastischer Rückgang im Vergleich zu den früher jährlich fünf Milliarden Euro.

Blume führte dies auf einen harten Wettbewerb und den massiven Preisdruck zurück. „Neue Wettbewerber dringen mit nie dagewesener Kraft in den Markt“, erklärte er. Insbesondere chinesische E-Auto-Hersteller setzen VW enorm unter Druck und machen es dem Traditionskonzern schwer, in der Region konkurrenzfähig zu bleiben.

Angesichts dieser Herausforderungen setzt der Konzern auf einen strikten Sparkurs. Blume betonte, dass drastische Einschnitte unumgänglich seien, um die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Dabei kritisierte er die bisherigen Vorschläge des Betriebsrats als unzureichend.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Neben reinen Kostensenkungen sprach der Vorstandschef auch von der Notwendigkeit struktureller Erneuerungen. Besonders strategische Märkte wie China und die USA sollen künftig stärker in den Fokus rücken.

VW-Markenchef Thomas Schäfer machte ebenfalls keinen Hehl aus der schwierigen Lage des Konzerns. Er sprach offen über die derzeitigen Probleme wie Überkapazitäten, ineffiziente Strukturen und hohe Kosten, die Volkswagen daran hindern, zukunftsfähig zu sein.

Dennoch zeigt sich Schäfer überraschend optimistisch: Bis 2030 wolle VW der technologisch führende Volumenhersteller werden – mit einer wirtschaftlichen Produktion in Deutschland und Wolfsburg als zentralem Standort. Ob dieser ambitionierte Plan realistisch ist, bleibt angesichts der aktuellen Herausforderungen jedoch fraglich.

Die Auseinandersetzungen zwischen Management, Betriebsrat und Belegschaft dürften sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen. Besonders die angekündigten Sparmaßnahmen und die strukturellen Veränderungen könnten für zusätzlichen Konfliktstoff sorgen. Anleger bleiben vorerst an der Seitenlinie.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..

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