Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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17.07.2021 Fabian Strebin

Versteckte Perle: Krasse Unterbewertung + höhere Divdende

Die Papiere von Barclays haben viele Anleger nicht auf dem Schirm. Damit lassen sie unnötig Rendite liegen und investieren unter Umständen in riskantere Aktien aus dem Bankensektor, die weniger Performance aufweisen. Aktionäre dürfen sich auf eine steigende Dividende freuen, die Zahlen am 28. Juli sollten weiteren Rückenwind verschaffen und das Wertpapier ist immer noch sehr günstig.

Die britische Bankenaufsicht hat die aufgrund der Coronavirus-Pandemie im letzten Jahr verhängten Beschränkungen für Ausschüttungen an die Aktionäre aufgehoben. Die Institute können nun wieder selbst entscheiden, wie viel Dividende sie an ihre Aktionäre ausschütten möchten. Barclays, HSBC, Lloyds Banking Group und Natwest wollten letztes Frühjahr insgesamt 7,5 Milliarden Britische Pfund (8,8 Milliarden Euro) weitergeben.

Überraschung bei Q2-Zahlen?

In den vergangenen Jahren geizte Barclays mit der Dividende, über einen Zeitraum von fünf Jahren schrumpften die Auszahlungen um 29 Prozent. Im April wurde ein Pfund gezahlt und es ist wahrscheinlich, dass es in den kommenden Wochen noch einen kräftigen Nachschlag gibt. Das ist aber noch nicht alles, denn die für den 28. Juli erwarteten Quartalszahlen könnten dem Kurs nochmal einen deutlichen Schub geben. Denn der Konsens rechnet mit einer glatten Verfünffachung beim Vorsteuergewinn auf 1,97 Milliarden Pfund.

Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie 40 Prozent zugelegt, doch seit drei Monaten geht nichts mehr, die Aktie hat rund acht Prozent nachgegeben. Allerdings hat der Markt immer noch nicht eingepreist, dass die Papiere von Barclays mit einem 21er-KGv von nur 7 deutlich niedriger bewertet sind als die Branche (Durchschnitt: 11). Auch im kommenden Jahr sehen die Analysten immer noch eine starke Unterbewertung mit 7 gegenüber 9.

Investmentbanking vor Bewährungsprobe

Die Geschäfte im Kreditbereich dürften aufgrund der starken Konjunkturerholung auf der Insel und dem expandierenden Hypothekenmarkt positiv verlaufen. Eine Abkühlung im Investmentbanking sollten Anleger bei der Vorlage der Q2-Zahlen jedoch auf dem Zettel haben. Das haben auch die Zahlen der US-Konkurrenten gezeigt. Mehr dazu hier.

in Britische Pence

Abwärtstrend muss geknackt werden

Charttechnisch bleibt der Abwärtstrend bei 185,25 Britischen Pence im Fokus. Knackt die Notierung diesen demnächst, würde das ein starkes Kaufsignal generieren. Zuvor stehen aber noch die 100-Tage-Linie bei 178,44 Pence und die 50-Tage-Linie um 177,50 Pence diesem Chartsignal im Weg. Eine gute Unterstützung sollte hingegen der GD200 bei 150,22 Pence darstellen.

Investierte Anleger lassen ihre Gewinne laufen und geben kein Stück aus der Hand. Interessierte können über einen Einstieg vor Zahlen nachdenken, zumal sich die Unterbewertung im Verhältnis zur Peergroup mittelfristig auflösen dürfte. Der Stopp verbleibt bei 1,60 Euro.