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16.01.2020 Alfred Maydorn

Varta, Apple und die schwarze Mamba

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Varta

Aus der aktuellen Ausgabe des kostenlosen Newsletters Maydorns Meinung: Die heutige Überschrift erinnert ein wenig an einen in Afrika spielenden Groschenroman, dabei geht es real um viele Milliarden Dollar oder Euro. Die Aktie von Varta hat in diesem Jahr in der Spitze über zwei Milliarden Euro an Börsenwert verloren, nachdem ein Leerverkäufer auf mutmaßliche Probleme bei Varta verwiesen und vor einem Kursrückgang der Varta-Aktie um 50 bis 65 Prozent gewarnt hat. Der illustre Name des Shortsellers: Black Mamba, die schwarze Mamba.

Laufen Varta die Kunden weg?

Black Mamba hat die Premium-Kopfhörer einiger Varta-Kunden aufgesägt und festgestellt, dass sich darin Batterien chinesischer Konkurrenten befunden haben. Und zwar handelte es sich um Kopfhörer von Samsung, Sony und Jabra. Die Schlussfolgerung der schwarzen Mamba war klar: Vartas Quasi-Monopol-Stellung ist in ernster Gefahr. Was indes nicht erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass alle drei Hersteller zusammen nur auf einen Marktanteil von 11 Prozent bei Premiumkopfhörern kommen. Die unangefochtene Nummer 1 mit rund 55 Prozent Marktanteil ist Apple mit seinen Earpods. Und Apple ist bekanntlich auch Varta-Kunde – und wird es aller Voraussicht nach auch bleiben.

Apple fordert, Varta expandiert weiter und schneller

Apple hat im vergangenen Jahr insgesamt 60 Millionen Earpods verkauft, was einem Umsatz von rund sechs Milliarden Dollar entspricht – das ist selbst für Apple eine Menge Geld. Und in diesem Jahr werden sich die Earpods-Erlöse – auch dank der neuen teureren Modelle – voraussichtlich auf 12 Milliarden Dollar verdoppeln. Mit der aktuellen Produktionskapazität kann Varta die Apple-Nachfrage nach Batteriezellen nicht vollständig beliefern. Und so hat das Unternehmen heute angekündigt, seine Produktionskapazitäten stärker und schneller auszubauen als ursprünglich geplant. Nachdem die Planungen ursprünglich bereits auf mehr als 150 Millionen Zellen jährlich ab 2022 angehoben worden waren, sollen die Produktionskapazitäten jetzt sogar auf 200 Millionen Zellen jährlich ausgebaut werden, wobei die Erweiterung bereits bis Ende 2021 umgesetzt werden soll, also ein Jahr früher als ursprünglich geplant.

Zahnlose schwarze Mamba

Um es auf den Punkt zu bringen: Varta kann es auch nach der erneuten und beschleunigten Produktionserweiterung kaum schaffen, alle seine zahlriechen Kunden mit Batteriezellen zu beliefern. Und so wäre sogar der Totalausfall von zwei oder drei kleineren Kunden absolut unproblematisch. Aber soweit ist es ja nicht, das Aufsägen von drei einzelnen Geräten ist da sicherlich kein hinreichender Beweis. Die Argumente der „schwarzen Mamba“ sind also eher zahnlos, von Giftzähnen ganz zu schweigen.

Bald wieder 100 Euro?

Und was bedeutet das alles für die Aktie von Varta? Ganz einfach, sie wird höchstwahrscheinlich in relativ kurzer Zeit einen Großteil der Abschläge wieder aufholen und wieder dreistellige Kurse sehen. Die maydornreport-Leser können sich freuen. Sie haben nicht nur die Aktie, mit der sie seit November 2018 über 200 Prozent im Plus liegen, sondern seit zwei Tagen auch einen Turbo-Call auf Varta, der sich schon um 25 Prozent verteuert hat. Und wer noch keine Varta-Aktien hat, der kann sich bei der Black Mamba bedanken und sich über günstige Einstiegskurse freuen.

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