01.08.2019 Martin Weiß

US-Notenbank senkt Leitinsen: 3 Dinge, die Sie jetzt wissen müssen

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Die amerikanische Notenbank Fed hat am Mittwoch die Leitzinsen um 0,25 Prozent gesenkt – es war die erste Zinssenkung seit 10 Jahren. Dass die Börsen dennoch auf Talfahrt gingen, hat mit der anschließenden Pressekonferenz zu tun.

The Good

Jerome Powell lässt sich nicht zum Wahlkampfhelfer von US-Präsident Donald Trump degradieren und demonstriert Unabhängigkeit. Trotz massiven Drucks aus dem Weißen Haus, die Zinsen stärker zu senken, beließ es der Notenbankchef bei 25 Basispunkten auf 2,25 Prozent. Auf der anschließenden Pressekonferenz dämpfte Powell zudem die Erwartungen der Anleger auf weitere, schnelle Zinsschritte.

Die US-Notenbank senkte am Mittwoch die Leitzinsen auf 2,25 Prozent.

The Bad

Die Aussagen der US-Notenbank sind weit weniger "dovish" als vom Markt erhofft. Im Grunde rechneten die Investoren wegen der Handelskriege und der Abschwächung der amerikanischen Wirtschaft mit drei Zinssenkungen im laufenden Jahr. Seit Mittwoch hat es den Anschein, die Fed könnte es bei zwei Senkungen belassen und zudem erst im Oktober wieder aktiv werden.

Die amerikanische Wirtschaft ist im Q2 2019 "nur" noch um 2,1 Prozent gewachsen. Der Wert lag allerdings über den Prognosen der Analysten (erw.: 2,0%).
U.S. Bureau of Economic Analysis

The Ugly

Die Einschätzung der Marktteilnehmer hinsichtlich einer zunehmend lockeren US-Geldpolitik hat einen unerwarteten Dämpfer erhalten. In den nächsten Wochen wird eine der spannendsten Fragen lauten, inwiefern die Aussicht auf einen Zinssenkungszyklus die Märkte zuletzt angetrieben hat – und in welchem Ausmaß. Der Dow Jones hat (den Verlust von 330 Punkten am Mittwoch berücksichtig) seit Juni um 8,2 Prozent an Wert gewonnen. Seit Jahresbeginnbeträgt das Plus mehr als 15 Prozent. In einem zunehmend "hawkishen" Umfeld mit (wenn überhaupt) homöopathischen Zinsschritten ist eine Fortsetzung der Kursrallye unwahrscheinlich.