14.06.2019 Maximilian Völkl

United Internet: Zwei große Baustellen – jetzt müssen Lösungen her

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United Internet
Trendthema

Seit Juni 2018 hat sich die Aktie von United Internet beinahe halbiert. Zwei Gründe waren ausschlaggebend für den massiven Absturz des einstigen Börsenlieblings. Zum einen belasten die hohen Kosten für den anvisierten Netzaufbau der Tochter 1&1 Drillisch, zum anderen setzt sich die rapide Talfahrt der Beteiligung Tele Columbus fort – inklusive verschobener Hauptversammlung.

Mit der Ersteigerung der Frequenzen hat United-Internet-Chef Ralph Dommermuth den ersten wichtigen Schritt geschafft. Sein großes Ziel: Er will mit Drillisch den vierten deutschen Netzbetreiber etablieren. Langfristig könnte sich das auszahlen – vorerst sind die Pläne allerdings mit hohen Kosten verbunden. Die Frequenzmilliarden sind hier nur der Anfang, der Aufbau des eigenen Netzes mit ausreichender Abdeckung wird die nächste große und kostenintensive Herausforderung.

Tele Columbus unter Druck

Probleme bereitet seit langem auch die 29,9-Prozent-Beteiligung an Tele Columbus. Über 80 Prozent hat der Kabelnetzbetreiber seit 2017 an Wert verloren. Nun hat Tele Columbus sogar die Hauptversammlung verschoben – wegen eines Streits mit United Internet.

Der Großaktionär hat einen eigenen Vorschlag für die Besetzung des Aufsichtsrats eingereicht. Zuvor hatte Tele Columbus seine eigene Liste vorgeschlagen. Nun sucht die Beteiligung eine einvernehmliche Lösung und gibt sich dafür drei Monate mehr Zeit. Neuer Termin für die Hauptversammlung ist der 29. August.

Neueinsteiger warten ab

Die Lage für Dommermuth ist verzwickt. Das alte Geschäftsmodell von Drillisch ist nicht zukunftsfähig, doch der 5G-Einstieg kostet viel Geld. Hinzu kommt die Neverending-Story um Tele Columbus. Die Unsicherheiten sind deshalb auch nach Auktionsende hoch. Neueinsteiger warten ab. Wer investiert ist, beachtet den Stopp bei 30,50 Euro.