24.05.2019 Maximilian Völkl

United Internet: Was für eine Enttäuschung

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United Internet
Trendthema

Viele Jahre lang kannte die Aktie von United Internet nur die Richtung nach oben. Doch das ist Vergangenheit: Seit Juni 2018 hat sich der MDAX-Titel beinahe halbiert. Die Entscheidung von Konzernchef Ralph Dommermuth, sich an der 5G-Versteigerung zu beteiligen, sorgt weiter für große Unsicherheit. Anleger bekommen die Auswirkungen direkt zu spüren.

Nachdem bereits die Tochter 1&1 Drillisch die Dividende radikal gekürzt hat, zieht nun auch United Internet nach. Auf der Hauptversammlung wurde der Vorschlag, die Ausschüttung deutlich auf 0,05 Cent je Aktie zusammenzustreichen mit einer Mehrheit von 99,8 Prozent angenommen. Der Konzern will damit sicherstellen, dass ausreichend Geld vorhanden ist, um den Netzaufbau für den neuen Mobilfunkstandard zu stemmen.

„Das eindeutige Ergebnis der Abstimmung zu unserem Dividendenvorschlag ist ein klares Bekenntnis zum Aufbau eines modernen 5G-Mobilfunknetzes“, so der Vorstandsvorsitzende Ralph Dommermuth. Mit seiner Strategie, einen vierten großen Telekomkonzern zu etablieren, hat er die Branche bereits durcheinandergewirbelt. Doch bislang geht die kostenintensive 5G-Auktion inklusive unsicherer Zukunft hauptsächlich zulasten der Aktionäre.

Zukunft offen

Der Absturz des Aktienkurses spricht Bände. Offen ist, ob die Milliardenausgaben in den kommenden Jahren wieder reingeholt werden können. Dommermuth will „langfristig mehr Werte zu schaffen - für unsere Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter.“ Doch gegen die Platzhirsche Telekom, Vodafone und Telefónica wird das nicht leicht.

Das Problem liegt ohnehin tiefer: Die Tochter Drillisch muss sich ein neues Geschäftsmodell aufbauen, um nicht mit leeren Händen dazustehen, wenn in zehn Jahren die Verträge mit Telefónica auslaufen. Diese sichern seit der Übernahme von E-Plus durch Telefónica den Zugang zu den Netzen des Rivalen, werden aber kaum verlängert.

Finger weg

Der Netzaufbau birgt viele Risiken. Ob der Einstieg gelingt und wie hoch die Kosten letztlich werden, bleibt derzeit völlig offen. Anleger sollten derzeit nicht in das fallende Messer greifen.