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15.05.2019 Lars Friedrich

United Internet und 1+1 Drillisch: Milliarden-Poker belastet – was tun?

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United Internet

Mehr Kunden, mehr Umsatz, gesteigertes EBITDA – auf den ersten Blick sehen die Zahlen zum ersten Quartal solide aus. Anleger reagieren trotzdem verschreckt. Denn auch United Internet %
und die Tochter 1+1 Drillisch %
haben im ersten Quartal die Auswirkungen der laufenden 5G-Versteigerung zu spüren bekommen. Das ist aber nicht das einzige Problem.

Einmaleffekt

United Internet steigerte in den ersten drei Monaten den Umsatz auf 1,3 Milliarden Euro. Nur 1,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Kunden konnte um 210.000 auf 24 Millionen erhöht werden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg auf 300 Millionen Euro. Allerdings ist das nur der erstmaligen Anwendung einer neuen Rechnungslegungsvorschrift geschuldet. Das davon weitgehend unbeeinflusste Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um ein Prozent auf 181 Millionen Euro.

Verhandlungen um Netzpreise belasten

Derzeit wird mit 17,5 Millionen Euro Mehrkosten gerechnet, weil zur Fortsetzung eines Ende 2018 ausgelaufenen Vorleistungsvertrags bislang keine Einigung erzielt wurde. United Internet kauft einen Teil seiner Netzleistungen von anderen Anbietern und will über Drillisch selbst 5G-Frequenzen ersteigern. Eine Lösung in dem Konflikt wird erst nach dem Abschluss der Auktion erwartet.

United Internet (WKN: 508903)

Das Ergebnis pro Aktie fällt schlechter aus. Von zuvor 0,42 Euro geht es runter auf 0,24 Euro. Belastend wirkte sich eine Wertminderung bei Tele-Columbus-Aktien %
aus. United Internet ist hier größter Anteilseigner.

Die Prognose für 2019 wurde hingegen bestätigt. Der Umsatz soll um vier Prozent, das EBITDA um acht Prozent gesteigert werden – weniger als im Vorjahr.

1+1 DRILLISCH WLD... (WKN: A1X3GS)

1+1 Drillisch meldet ebenfalls mehr Umsatz (+0,9 Prozent) und Kundenverträge (+180.000). Das EBITDA stieg um drei Millionen Euro (+1,8 Prozent). Dämpfend wirkten sich die Verhandlungen um Netzpreise aus (siehe oben).

Da die Versteigerung der 5G-Frequenzen noch läuft, gab es ansonsten keine weiteren Aussagen zu möglichen Auswirkungen aufs Geschäft.

Anleger enttäuscht

Beide Aktien starteten nach den Zahlen im regulären Handel mit einem Plus. Dann begann sofort der Abverkauf. Am Mittag sind die Kurse um sechs Prozent gefallen.

DER AKTIONÄR meint: Die Auktion der 5G-Lizenzen führt zu immer höheren Geboten. Diese könnten insgesamt bald sechs Milliarden Euro übersteigen. Die Aktienkurse der meisten beteiligten Konzerne sinken seit Monaten. Anleger sorgen sich vor den Kosten für die Mobilfunkanbieter. Womöglich zu Recht, wie erst am Dienstag wieder deutlich wurde: Vodafone kürzte die Dividende. United Internet hat zwar weitaus geringere Schulden, doch eine charttechnische Trendwende ist weder bei United Internet noch bei Drillisch in Sicht.

Wer nicht investiert ist, bleibt vorerst an der Seitenlinie.