20 Aktien mit Gewinnpotenzial >> zum Magazin
Foto: Börsenmedien AG
08.06.2017 Maximilian Völkl

Uniper: Keine Übernahme geplant – darum gibt es trotzdem Lob

-%
Uniper

In der vergangenen Woche stand die Uniper-Aktie in der Energiebranche im Fokus. Gerüchte, dass die finnische Fortum die E.on-Tochter übernehmen könnte, haben den Kurs beflügelt. Konzernchef Klaus Schäfer möchte aber lieber eigenständig bleiben. Er sieht die „Resterampe“ gut aufgestellt für die Zukunft der Energiewelt.

Auf der Hauptversammlung in Essen war Schäfer am Donnerstag das Wohlwollen der Aktionäre aber ohnehin sicher - und das nicht nur wegen der Dividende von 0,55 Cent je Aktie. Rund 80 Prozent hat der MDAX-Titel seit dem Börsengang zugelegt. „Uniper hat es den Kritikern und Skeptikern gezeigt und der ambitionierten Namensschöpfung alle Ehre gemacht: Unique Performance statt Resterampe“, lobte beispielsweise Thomas Deser von Union Investment. Andere Aktionäre stellten zumindest in Frage, ob das Wachstum langfristig bestätigt werden kann.

„Wir haben einen sehr erfreulichen Start hingelegt“, äußerte sich Schäfer dennoch zufrieden. „Wenn man den Kursverlauf der Uniper-Aktie betrachtet, scheinen wir manches richtig gemacht und an vielen Stellen überzeugt zu haben.“ Weniger euphorisch zeigte er sich bezüglich einer Übernahme durch Fortum. „Wir sehen eine Zukunft als eigenständiges Unternehmen“, sagte er. Dies sei natürlich die bevorzugte Option. „Wir präferieren einen Verkauf über den Kapitalmarkt“, so Schäfer zum geplanten Beteiligungsverkauf der Mutter E.on.

Foto: Börsenmedien AG

Für Zocker

Die Übernahmefantasie hat Uniper zuletzt weiteren Schwung verliehen. Nach der Rallye ist die Aktie inzwischen mit einem KGV von 12 auf dem gleichen Niveau bewertet wie der konventionelle Wettbewerber RWE. Dieser hat allerdings mit der dividendenstarken Tochter Innogy noch einen Pfeil im Köcher. Anleger, die auf steigende Strompreise und einen möglichen Kapazitätsmarkt setzen wollen, sollten daher RWE bevorzugen. Uniper eignet sich dagegen vornehmlich für Zocker, die trotz der Hindernisse auf eine rasche Übernahme setzen wollen.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Uniper - €

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.
Die Geschichte der Spekulationsblasen

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6