30.01.2017 Nikolas Kessler

Unicredit: EZB verliert die Geduld – jetzt muss auch die HVB ran

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Unicredit
Trendthema

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht den Druck auf die krisengeplagte Unicredit – Streitpunkt ist vor allem der Umgang mit faulen Krediten. Derweil kann sich das Institut auf Unterstützung aus München freuen.

Die EZB verliert zunehmend die Geduld mit der Unicredit. Da die Bank zum Ende des Jahres die individuellen Kapitalanforderungen (SREP-Quote) nicht erfüllt habe, stellen die Aufseher nun ein Ultimatum: Bis Ende Februar muss die Krisenbank eine Strategie vorlegen, wie sie die Probleme mit faulen Krediten in den Griff bekommen will.

Wegen Abschreibungen in Höhe von 12,2 Milliarden Euro im vierten Quartal ist die Kernkapitalquote auf acht Prozent gefallen und unterschreitet die Kapitalvorgaben der EZB somit um rund zwei Prozentpunkte. Darüber hinaus hat die EZB die Liquidität, Schwierigkeiten wegen Geschäften mit Russland und der Türkei sowie die anhaltend schwache Rentabilität moniert und als Risiken identifiziert.

HypoVereinsbank schießt drei Milliarden Euro zu

Beim Versuch, die dünne Kapitaldecke zu stärken, kann sich die Unicredit indes auf Kapitalspritzen von ihren Tochtergesellschaften einstellen. Alleine in diesem Jahr erhält die italienische Großbank Unterstützung in Höhe von 4,1 Milliarden Euro. Der Großteil davon, nämlich drei Milliarden Euro, kommen in Form einer Sonderdividende von der HypoVereinsbank (HVB).

Mit einer harten Kernkapitalquote von 20 Prozent gilt die HVB als überkapitalisiert, seit sie die ehemalige Tochter Bank Austria an den Mutterkonzern abgegeben hat. Einen länderübergreifenden Kapitaltransfer hatte die deutsche Finanzaufsicht Bafin bisher jedoch abgelehnt.

Neben den internen Kapitalspritzen bereitet die Unicredit derzeit die größte Kapitalerhöhung in der italienischen Wirtschaftsgeschichte vor. Einem Zeitungsbericht zufolge wird das Unicredit-Management am Mittwoch über den Ausgabepreis der neuen Aktien beraten. Der Startschuss für die Maßnahme soll dann am kommenden Montag (6. Februar) fallen. Voraussichtlich bis zum 24. Februar will die Bank dann 13 Milliarden Euro bei Investoren einsammeln.

Aktie meiden!

Die Unicredit-Aktie knüpft am Montag an ihre Verluste von vor dem Wochenende an und verliert in der Spitze über sechs Prozent. Der AKTIONÄR sieht sich in seiner skeptischen Haltung bestätigt und rät dazu, die Papiere auch weiterhin zu meiden.

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