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21.07.2018 Nikolas Kessler

Ungeahnte Konkurrenz für Netflix, Amazon Prime & Co?

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Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video setzen seit Jahren die klassischen TV-Anbieter unter Druck. Vor allem in den USA sind die Online-Angebote eine beliebte Alternative zu den kostspieligen Pay-TV-Paketen.  Nun droht ihnen aber womöglich selbst ein Preiskampf.

Laut einem Bericht des Tech-Portals The Information erwägt der US-Handelsriese Walmart den Start eines eigenen Streaming-Dienstes. Mit weniger als acht Dollar pro Monat soll dieser günstiger sein als die Abo-Modelle von Netflix (acht bis 14 Dollar) und Prime Video (8,99 Dollar). Zielgruppe sei dem Bericht zufolge vor allem die Bevölkerung in den zentralen US-Bundesstaaten, während Netflix und Amazon vor allem an der Ost- und Westküste beliebt sind.

Wie kurz darauf das Branchenportal Variety von Quellen aus dem Unternehmen erfahren haben will, soll das geplante Dienst auf der Streaming-Plattform Vudu basieren, die Walmart bereits im Jahr 2010 übernommen hatte. Vudu bietet derzeit rund 150.000 Titel zum Kaufen oder Leihen an, zudem können Walmart-Kunden dort digitale Kopien von DVDs und Blu-Rays erhalten, die sie in den Filialen der Handelskette gekauft haben. Seit 2012 betreibt Vudu auch einen werbefinanzierten Streaming-Dienst, der rund 5.000 Filme und TV-Shows umfasst. Der Erfolg der Plattform im umkämpften Streaming-Markt ist bislang allerdings überschaubar.

Bisher nur ein großes Gerücht

Dem Insider zufolge soll der Walmart-Streaming-Dienst bereits im vierten Quartal 2018 an den Start gehen und sowohl lizensierte Filme und Serien, als auch eigens produzierten Content enthalten. Walmart sei bereits wegen entsprechender Lizenz-Deals mit Content-Produzenten in Kontakt getreten. Eine Vudu-Sprecherin wollte die Pläne auf Nachfrage allerdings nicht kommentieren. Ob, wann und zu welchen Konditionen der Dienst von Walmart tatsächlich kommt, gilt auch unter Branchenbeobachtern als fraglich.

Offen ist unter anderem, ob am Markt tatsächlich noch Platz für weitere Anbieter ist. Speziell in den USA ist der Streaming-Markt zunehmend gesättigt. Aktuellster Beleg dafür ist der vergleichsweise schwache Nutzerzuwachst von Marktführer Netflix im zweiten Quartal.

Konkurrent Disney mit Durchbruch

Zudem rüsten sich auch klassische Medienunternehmen mit eigenen Online-Video-Angeboten gegen schwindende Zuschauerzahlen bei den traditionellen Vertriebswegen. Nach dem Rückzug von Comcast hat Walt Disney nun etwa freie Bahn bei der geplanten Übernahme von Teilen des Medienkonzerns 21st Century Fox. Dadurch kann Disney seinen ohnehin schon üppigen Content-Katalog vor dem Start des eigenen Streaming-Dienstes im kommenden Jahr noch weiter ausbauen.

Das sind die Favoriten

Trotz des wachsenden Konkurrenzdrucks heiß der Favorit im Streaming-Business Netflix. Auch wenn das Unternehmen bei den jüngsten Quartalszahlen gepatzt hat, sind die Aussichten für den Marktführer positiv. Wer investiert ist, bleibt dabei. Mutige Neueinsteiger können eine Bodenbildung nach dem jüngsten Rücksetzer zum Kauf nutzen.

Konservative Anleger, die vor der hohen Bewertung von Netflix (KGV 2019: 73) zurückschrecken, greifen stattdessen zum Entertainment-Riesen Walt Disney mit einem 2019er-KGV von 14.

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