Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
17.06.2021 Marion Schlegel

Überflieger Hapag-Lloyd: Aktie nicht zu bremsen

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Hapag-Lloyd

Die Aktie der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd kennt derzeit kein Halten. Auch die jüngste kritische Einschätzung von Warburg Research kann die Aktie nicht bremsen. Die Nachfrage nach Transportmöglichkeiten ist weiter immens. Unternehmenschef Rolf Habben Jansen, erklärte zuletzt, normalerweise bewege Hapag-Lloyd von Asien aus wöchentlich 75 000 bis 80 000 Standardcontainer (TEU). Derzeit sei man jedoch bis zu 15-fach überbucht.

Hapag-Lloyd (WKN: HLAG47)

Der Reedereichef betonte: "Wir haben einfach nicht genug Schiffe, um all die Waren zu transportieren." Nötig wäre eine globale Flotte, die flexibel den Chartermarkt bedienen und bei der auch normale Wartungsarbeiten möglich seien. "Ich wäre nicht traurig, wenn wir wieder zu einer normalen Situation kämen. Das wäre besser für alle."

Derzeit dominierten unter anderem wegen der Corona-Pandemie Verspätungen mit teils erheblichen Auswirkungen auf die Linienverkehre. Das betreffe sowohl Asien als auch die USA und Nordeuropa. Normalerweise müssten Schiffe im Schnitt einen bis eineinhalb Tage auf ihre Abfertigung warten, inzwischen seien es mehr als drei Tage. "Das bedeutet, man braucht mehr Schiffe, um die gleiche Menge Fracht zu transportieren", sagte Habben Jansen.

Probleme gebe es auch beim Container-Umlauf. Dauere es sonst etwa 50 Tage, bis ein Container wieder bei Hapag-Lloyd sei, seien es nun schon 60 Tage. "Wir sind auch frustriert", sagte Habben Jansen mit Blick auf genervte Kunden. Er wüsste jedoch nicht, "was wir noch tun können, um die Kapazitäten zu erhöhen". Alle Schiffe führen – wenn sinnvoll – mit Höchstgeschwindigkeit, niemand schicke derzeit Frachter zu Wartungsarbeiten ins Dock.

DER AKTIONÄR hat die Aktie von Hapag-Lloyd in den vergangenen Monaten des Öfteren zum Kauf empfohlen. Seit der jüngsten Empfehlung in der Ausgabe 20/2021 des AKTIONÄR bei 156,50 Euro liegt das Papier bereits wieder rund 22 Prozent in Front. Anleger lassen die Gewinne laufen, ziehen den Stopp zur Absicherung aber auf 138 Euro nach.

(Mit Material von dpa-AFX)