09.02.2015 Maximilian Steppan

Top-Verlierer Leoni: Was ist da los?

-%
DAX

Mit einem Minus von mehr als vier Prozent in einem ohnehin schwachen Gesamtmarkt ist Leoni schwächster MDAX-Wert. Negative Analystenkommentare sorgen für die Gewinnmitnahmen. Verständlich, legte die Leoni-Aktie seit dem Tief bei 37 Euro Mitte Oktober immerhin 57 Prozent zu.

"Nicht mehr übergewichten"

Metzler-Analyst Jürgen Pieper befürchtet, dass sich die Markterwartungen für 2014 bis 2016 für den Lieferanten von Kabel- und Bordnetz-Systemen als zu hoch erweisen könnten. Mit den Eckdaten für das abgelaufene Jahr rechnet er Mitte Februar. Zudem könnte der niedrige Kupferpreis zu Wertberichtigungen für Vorräte führen. JPMorgan-Strategen um Mislav Matejka nahmen ihre Empfehlung zurück: Europäische Autotitel sollten in den Portfolios nicht mehr übergewichtet werden.

Insgesamt beschäftigen 23 Experten mit der Leoni-Aktie. Davon raten 14 zum Kauf, sieben zum Halten der Aktie und zwei vom Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 57,35 Euro.

Charttechnisch gibt es allerdings keinen Grund zur Sorge: Der seit Oktober intakte Aufwärtstrend bleibt unangetastet. Als Unterstützungzone sollte der Bereich um die 50 Euro- Marke dienen.

DER AKTIONÄR hatte in Ausgabe 06/15 die Leoni-Aktie im Rahmen eines Branchenchecks unter die Lupe genommen. Das empfohlene Kauflimit von 56 Euro ist damit heute ausgelöst worden. Die Aktie bietet aufgrund der günstigen Bewertung mit einem 2015er-KGV von 11 und einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent Kurspotential. Das Kursziel beträgt 65 Euro, der Stopp sollte bei 47,50 Euro gesetzt werden.

(mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0