11.09.2017 Michel Doepke

Teva-Aktie im Aufwind: Lundbeck-CEO kommt – reicht das für die Trendwende?

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Trendthema

Monatelang hat Teva vergeblich nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden gesucht. Nun meldet der größte Generikahersteller Vollzug: Mit Kare Schultz lotst Teva den bisherigen Lundbeck-CEO in die Firmenzentrale nach Israel. Anleger feiern den Lichtblick beim Generikahersteller und treiben die Aktie um rund acht Prozent nach oben, die Lundbeck-Aktie hingegen schmiert um satte zwölf Prozent ab.

Schultz führt den dänischen Konzern Lundbeck seit 2015. Zuvor leitete er das Tagesgeschäft beim bekannten Insulinhersteller Novo Nordisk – die Personalie ist definitiv ein Gewinn für den schwer gebäutelten Generikahersteller. Zur Erinnerung: Im zweiten Quartal musste Teva eine milliardenschwere Abschreibung auf das US-Geschäft vornehmen und einen Verlust in Milliardenhöhe ausweisen. Dazu senkte die Ratiopharm-Mutter den Ausblick auf das laufende Jahr und kappte die avisierte Dividende um satte 75 Prozent.

Mit der Verpflichtung von Schultz gelingt Teva ein erster Lichtblick. Doch damit hat die Ratiopharm-Mutter die Probleme bei Weitem nicht gelöst. Um die Schuldenlast von rund 35 Milliarden Dollar zu reduzieren, dürfte Teva Ausschau nach möglichen Käufern für diverse Sparten halten. Darüber hinaus sollten sich umfassende Kooperationen positiv auf die Entwicklung neuer Generika auswirken. Neben höherem Know-how sinken dadurch auch die Kosten für Teva.

Finger weg!

Auch wenn Teva mit dem neuen CEO ein erstes positives Signal liefert, reicht die Nachricht nicht für eine nachhaltige Trendwende. Der Konzern muss in den kommenden Monaten die Bilanz aufpolieren und die massive Verschuldung in den Griff bekommen. Sonst drohen weitere Kursabschläge, auch unter der Leitung von Schultz. Anleger sollten sich an der Teva-Aktie nicht die Finger verbrennen und eine nachhaltige beziehungsweise klare Trendwende abwarten.