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Tesla: Roadster kommt – SpaceX sorgt für Spekulationen

Tesla: Roadster kommt – SpaceX sorgt für Spekulationen
Foto: Tesla
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Jan-Paul Fóri Heute, 07:52 Jan-Paul Fóri
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Tesla macht beim Roadster ernst: Am 1. Oktober soll die Neuauflage des Elektro-Sportwagens offiziell vorgestellt werden. Nach fast neun Jahren Wartezeit könnte Elon Musk dabei nicht nur das Auto selbst präsentieren, sondern auch Technik von SpaceX. Für die Tesla-Aktie rückt damit ein weiteres wichtiges Event in den Fokus.

  • Tesla will den neuen Roadster am 1. Oktober in Waco, Texas, vorstellen.
  • Der Teaser und der Veranstaltungsort nahe einer SpaceX-Testanlage heizen Spekulationen über Raketen-Technik an.
  • Parallel bringt Tesla den Semi 2027 nach Europa – mit bis zu 550 Kilometern Reichweite und 800 kW Ladeleistung.

Tesla hatte die zweite Generation des Roadster bereits im November 2017 zusammen mit dem Semi vorgestellt. Damals versprach Musk ein Elektroauto, das in 1,9 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde beschleunigen und rund 1.000 Kilometer weit kommen sollte. Die Auslieferungen waren ursprünglich für 2020 vorgesehen. 

Daraus wurde nichts. Mehrfach verschob Tesla die Pläne für den Sportwagen. Nun steht zumindest der Termin für die nächste Vorstellung fest: Am 1. Oktober soll der neue Roadster in Waco im US-Bundesstaat Texas enthüllt werden. Reuters bestätigte den Termin unter Berufung auf Musk.

Tesla hatte die Ankündigung zuvor mit einem kurzen Teaser auf X vorbereitet. Unter dem Schriftzug „Go for launch“ war ein teilweise verhülltes Fahrzeug zu sehen. Auch der Countdown auf der Roadster-Webseite läuft inzwischen auf den 1. Oktober zu. Einladungen für das Event sollen bereits an frühe Reservierungsinhaber verschickt worden sein.

SpaceX-Technik im Roadster?

Besonders interessant ist die Wortwahl. „Go for launch“ erinnert eher an einen Raketenstart als an eine gewöhnliche Fahrzeugpräsentation. Zudem liegt Waco nicht weit von McGregor entfernt, wo SpaceX eine wichtige Testanlage betreibt. Damit rückt eine alte Musk-Ankündigung wieder in den Mittelpunkt: das sogenannte SpaceX Package für den Roadster. Dabei sollen Kaltgastriebwerke zum Einsatz kommen. Musk hatte in der Vergangenheit sogar davon gesprochen, dass der Sportwagen damit kurzzeitig schweben oder vom Boden abheben könnte.

Ob Tesla diese Technik tatsächlich am 1. Oktober demonstriert, ist allerdings noch offen. Ein im Internet kursierendes Video aus einer SpaceX-Anlage wird derzeit entsprechend interpretiert. Daraus lässt sich aber nicht belastbar ableiten, dass ein Roadster aus eigener Kraft abhebt. Auch eine Hebebühne innerhalb der Anlage kommt als Erklärung infrage.

Sollte Tesla tatsächlich einen Roadster mit SpaceX-Technik präsentieren, wäre das ein weiterer Versuch, das Fahrzeug deutlich von bisherigen Elektro-Sportwagen abzuheben. Entscheidend für Anleger dürfte am Ende aber weniger die Show als die Frage sein, wann Tesla den Roadster tatsächlich in Serie bauen und ausliefern kann.

Tesla Semi kommt nach Europa

Während der Roadster noch auf seinen großen Auftritt wartet, macht Tesla beim Semi bereits konkretere Angaben. Der Elektro-Lkw soll ab 2027 an europäische Kunden ausgeliefert werden. Die entsprechenden technischen Daten hat Tesla vor der IAA Transportation in Hannover veröffentlicht. Die europäische Version kommt zunächst mit einer geschätzten Reichweite von 550 Kilometern. Tesla gibt einen Verbrauch von rund 1,0 kWh je Kilometer an. Drei Elektromotoren an den beiden Hinterachsen liefern bis zu 800 kW Leistung. Das zulässige Gesamtzuggewicht liegt bei 40 Tonnen, das Leergewicht bei weniger als 9,1 Tonnen.

Beim Laden setzt Tesla auf das Megacharger-Netzwerk. Mit bis zu 800 kW sollen sich innerhalb von 30 Minuten bis zu 60 Prozent der Reichweite nachladen lassen. Tesla will damit vor allem die Standzeiten im gewerblichen Einsatz reduzieren.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Konkurrenz ist bereits weiter

Bei der Reichweite setzt Tesla damit zunächst nicht die Benchmark. Volvo nennt für den FH Aero Electric bis zu 700 Kilometer, Renault Trucks für den E-Tech T 780 bis zu 660 Kilometer. Auch bei anderen europäischen Herstellern wie Daimler Truck und Traton sind Elektro-Lkw bereits im Angebot. 

Tesla punktet dagegen mit der Kombination aus Leistung und Schnellladen. Der entscheidende Test folgt allerdings erst im realen Flotteneinsatz. Hinzu kommt: Die 550 Kilometer sind Herstellerangaben unter definierten Bedingungen. Wie sich Reichweite, Nutzlast und Ladezeiten im europäischen Alltag schlagen, wird sich erst mit den ersten Fahrzeugen zeigen.

Für Tesla stehen damit in den kommenden Monaten gleich zwei wichtige Produkte im Mittelpunkt. Der Roadster soll im Oktober endlich seine große Bühne bekommen. Beim Semi geht es dagegen um den tatsächlichen Eintritt in den europäischen Markt. 

Für die Tesla-Aktie dürfte vor allem entscheidend sein, ob aus den zahlreichen Ankündigungen diesmal konkrete Produkte und steigende Auslieferungen werden. Beim Roadster ist der 1. Oktober daher erst der nächste wichtige Termin – nicht das Ende einer fast neun Jahre langen Geschichte. Die Tesla-Aktie ist aktuell keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR. Stattdessen ist bei den LKW-Bauern Weltmarktführer Daimler Truck der Favorit.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.

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