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Tesla-Aktie völlig losgelöst: Anleger ignorieren schwache Zahlen, neue Modelle und Robotaxis im Fokus

Tesla-Aktie völlig losgelöst: Anleger ignorieren schwache Zahlen, neue Modelle und Robotaxis im Fokus
Foto: The Washington Post/Kontributor/GettyImages
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Jochen Kauper 23.04.2025, 19:55 ‧ Jochen Kauper
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Tesla hat mit den Zahlen für das erste Quartal die Erwartungen deutlich verfehlt. Der Elektroauto-Pionier lag beim Umsatz wie auch mit dem Gewinn je Aktie deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Und dennoch legt die Aktie am Mittwoch deutlich zu. Der Fokus liegt auf der Produktion neuer Modelle sowie FSD und Robotaxis.

Tesla Robotaxi 75 PSO mit geöffneten Türen vor Blumenladen
Quelle: Tesla
Tesla Cybercab

Der Umsatz des Elektroauto-Herstellers lag im ersten Quartal bei 19,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,27 Dollar. Damit lag Tesla weit unter den Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Vorfeld der Zahlen mit einem Umsatz von 21,4 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 0,44 Dollar gerechnet.

"Vielleicht hätte sich Elon Musk aus der Politik besser herausgehalten."

Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Experte

„Mit knapp 76.000 Verkäufen hat der junge Wettbewerber Xiaomi im Q1 seine Verkäufe um 23% gesteigert und BYD liegt mit 986.000 Fahrzeug-Verkäufen im Q1 völlig uneinholbar gegenüber Tesla, die mit traurigen 336.681 Tesla Verkäufen fast schon Mitleid erregen. Vielleicht hätte sich Elon Musk aus der Politik besser herausgehalten“, kommentierte Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer die Zahlen von Tesla.

Tesla

Blick nach vorne

Schwache Zahlen wurden grundsätzlich von Markt erwartet. Deshalb richtete sich der Blick schnell nach vorne. Positiv kam bei Investoren und Analysten an, dass Elon Musk in Zukunft wieder mehr zeit für Tesla aufwenden will. Ab Mai werde er "erheblich" weniger Zeit als Kostensenker von Präsident Donald Trump im Regierungsapparat verbringen, sagte der Tesla-Chef. Stattdessen werde er sich wieder mehr um die Belange des Elektroauto-Herstellers kümmern.

Die vier Tesla Modelle Model 3 Model S Model X Model Y stehen auf einem Parkplatz mit Supercharger Ladesäulen vor schöner Landschaft
Quelle: Tesla

Ganz aus der Umlaufbahn des US-Präsidenten will Musk aber nicht verschwinden. Er wolle sich weiterhin an einem bis zwei Tagen pro Woche mit Regierungsaufgaben beschäftigen - jedenfalls so lange Trump das möchte.

FSD und Robotaxi-Dienst

Darüber hinaus bestätigte Tesla den Anlegern, dass es weiterhin auf dem richtigen Weg sei, den geplanten Start im Juni mit dem Roll-out der ersten Robotaxis in Austin zu halten und noch in diesem Jahr mit dem Bau seiner humanoiden Roboter auf einer Produktionslinie in Fremont, Kalifornien, zu beginnen. Die Pläne für neue Fahrzeuge, einschließlich erschwinglicherer Modelle, sind weiterhin auf Kurs. Beginn der Fertigung soll im zweiten Halbjahr 2025 sein. Das Cybercab soll 2026 vom Band laufen.

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Quelle: Antonio Masiello/GettyImages
Tesla-Chef Elon Musk

RBC bleibt optimisitsch- UBS senkt den Daumen

Die kanadische Bank RBC hat das Kursziel für Tesla in einer ersten Reaktion von 314 auf 307 US-Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf "Outperform" belassen. Für Freude, aber auch einige Schmerzen habe der Quartalsbericht gesorgt, schrieb Analyst Tom Narayan in einem am Mittwoch vorliegenden Kommentar. Er kappte seine Auslieferungsschätzungen und in der Folge auch sein Kursziel. Für wichtig hält der Experte, dass sich der Start günstigerer Modelle entgegen den jüngsten Presseberichten doch nicht über Juni hinaus verzögern dürfte.

Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Tesla im Gegensatz zur RBC mit einem Kursziel von 190 US-Dollar auf "Sell" belassen. Das Ergebnis je Aktie habe die Markterwartungen verfehlt und im Rahmen seiner tieferen Schätzungen gelegen, schrieb Analyst Joseph Spak am Dienstagabend nach dem Quartalsbericht.

"Bei Tesla gehen wir davon aus, dass ein starker Fokus auf KI (Robotaxis und humanoide Roboter) den Fokus von einigen der kurzfristigen Herausforderungen und Unsicherheiten ablenken wird, da sie versuchen, das Narrativ, dass Tesla ein KI-Unternehmen ist, weiter voranzutreiben“, so Analyst Joseph Spak in seinem Update.

Auch die Deutsche Bank meldete sich zu Wort. Nach einem sehr volatilen Start ins Jahr sollte es der Aktie fortan wieder besser ergehen - Auslieferungszahlen und Anlegerstimmung könnten gleichzeitig die Talsohle erreichen, schrieb Analyst Edison Yu. Sein Kursziel für die Aktie lautet 345 Dollar.

Etwas verhaltener zeigte sich die britische Investmentbank Barclays. Margendruck, nun auch durch Zölle, und eine gekippte Absatzprognose - zunächst bleibe die Lage schwach, schrieb Analyst Dan Levy. Die Geschäftsstory bleibe aber intakt, auch weil sich Elon Musk wieder mehr Tesla und weniger dem Dienst für die US-Regierung widmen wolle. Zudem verwies er auf die Themen KI, Autonomes Fahren und Robotik. Levys Kursziel lautet 275 Dollar.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Der Markt hatte im Vorfeld mit schwachen Zahlen bei Umsatz und Gewinn je Aktie gerechnet. Positiv ist die Tatsache, dass Elon Musk wieder mehr Zeit für Tesla investieren will. Positiv ist auch die Tatsache, dass neue Modelle im zweiten Halbjahr 2025 in Produktion gehen sollen. Die Fertigung des Cybercab ist weiterhin für 2026 geplant und der Pilotstart des Robotaxi-Dienstes in Austin bleibt auf Juni datiert.
Elon Musk muss bei den entscheidenden Themen FSD und Robotaxi allerdings schnellstmöglich liefern. Die Aktie hat wie viele andere Tech-Werte zuletzt deutlich an Boden eingebüßt. Die Unterstützung bei 209 Dollar hat jedoch gehalten. Am Mittwoch jedenfalls kehrt der Optimismus in Teslas Robotik und KI-Pläne zurück. Die Aktie hat Comeback-Potenzial.

Hinweis auf Interessenkonflikte

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.

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